Wie könnte man sich erklären...                                        Zufall

 

 

 

Zufall ist ein Synonym für „Nichtwissen“. Wenn jemand von Zufall spricht, dann meint er etwas, was unerwartet auftrat, nicht berechnet werden konnte.

 

Wenn man genau hinsieht, merkt man, dass wir das Wort ‚Zufall’ tatsächlich oft im Sinne eines ‚uns aus dem Nichts Zugefallenes’ gebrauchen.

 

Das Wort wird also im Grunde benutzt bei Unwissen über die gesetzlichen Abläufe. Man kann dem Zufall generell hinzufügen: …, weil ich die gesetzmäßigen Abläufe nicht kenne, die dazu geführt haben.

 

Auch in der Quantenwelt gilt der Satz: Alle Substanzen laufen nach Gesetzen ab. Denn Quanten sind Substanzen.

 

Der Beweis dafür: Mit der statistischen Wahrscheinlichkeitsrechnung können Mathematiker exakte Vorhersagen über Quantensysteme erstellen. Dies wäre nicht machbar, wenn hier Gesetzlosigkeit herrschen würden.

 

Also ist auch hier – einschließlich des Zufalls – alles durch Gesetze determiniert.

 

 

Versucht man nun aber, die Determiniertheit über ununterbrochene Kausalketten nachzuweisen, dann gerät man schnell in Schwierigkeiten, weil die Menge der Substanzen in der Regel unzählich ist und zwar umso mehr, je genauer man die Kausalkette zeigen will – und die Quanten ihre eigenen Gesetze haben.

 

So gibt es Quantenphysiker, die von dem ‚objektiven Zufall‘ sprechen. Sie meinen damit: Wenn man in der Welt der Elementarteilchen ein Experiment macht, in dem zwei identische Teilchen, zeitlich verschieden, unter identischen Umständen unterschiedliche Ergebnisse erzielen, dass es letztlich keine verborgenen Variablen gibt, von denen man sagen könnte, dass sie dieses verschiedene Ergebnis ausgelöst haben.

 

Damit möchten sie wohl den Indeterminismus beweisen. Und der gilt gemeinhin als bestätigt, wenn keine ununterbrochene Kausalkette belegt werden kann.

 

 

Dies in Quantensystemen exakt nachzuweisen wäre schwierig, weil man 1. Schwierigkeiten hätte, bei angeblich identische Substanzen zu prüfen, ob diese tatsächlich identisch sind und 2. identische Umstände herzustellen, weil alle Umgebungssubstanzen nach den in liegenden Gesetzen ablaufen und Wechselwirkungen mit der zu untersuchen Substanz unterliegen können.

 

Vier Tatsachen sollte man bei Experimenten also berücksichtigen:

  1. hat alles seine eigene Gesetzmäßigkeit,
  2. würde es schwierig sein, zu beweisen, dass zwei Elementarteilchen absolut identisch sind,
  3. sicher zu stellen, dass die Experimentierräume ebenfalls absolut identisch sind, und
  4. sicher ausschließen, dass nichts außerhalb der Experimentierräume Einfluss nehmen könnte (wie z.B. durch Verschränkung oder Wechselwirkungen).

 

Das wird wohl kaum möglich sein. Ich meine, dass der Indeterminismus dann bewiesen ist, wenn in, bzw. zwischen Substanzen keine Gesetze herrschen.

 

Und ich meine, dass dies unmöglich ist!

 

 

Und es gibt noch einen Gedankenfehler der Leute, die von dem objektiven Zufall sprechen: Sie sagen, ein Elementarteichen hätte keine Information, was es machen soll.

 

Anorganische Substanzen brauchen nicht unbedingt Informationen von außen; sie laufen nach ihren inhärenten Gesetzen ab. Informationen brauchen nur Lebewesen, um zu überleben und ihre Ziele zu erreichen.

 

 

Wer also behauptet, es gäbe den „Objektiven Zufall“, der sollte hinsichtlich dieser Fakten (der Gesetze) seine Behauptung noch einmal genau durchdenken.

 

Psychologisch gesehen, könnte tatsächlich der Wunsch dahinterstecken, den Determinismus zu widerlegen.

 

 

 

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