Wie könnte man sich erklären...                                        Zufall

 

Zufall ist ein Synonym für „Nichtwissen“. Wenn jemand von Zufall spricht, dann meint er etwas, was unerwartet auftrat, nicht berechnet werden konnte.

 

Wenn man genau hinsieht, merkt man, dass wir das Wort „Zufall“ letztlich oft im Sinne eines uns „aus dem Nichts Zugefallenen“ gebrauchen.

 

Das Wort wird also im Grunde benutzt bei nicht einbezogenen oder ungenauen Berechnungen von Substanzen und Unwissen über die gesetzlichen Abläufe. Man kann dem Zufall generell hinzufügen: …, weil man die gesetzmäßigen Abläufe nicht kennt, die dazu geführt haben.

 

Auch in der Quantenwelt gilt der Satz: Alle Substanzen laufen nach Gesetzen ab. Denn Quanten sind Substanzen.[1]

 

Der Beweis dafür: Mit der statistischen Wahrscheinlichkeitsrechnung können Mathematiker sehr genaue Vorhersagen über Quantensysteme erstellen. Dies wäre nicht machbar, wenn hier Gesetzlosigkeit herrschen würde.

 

Also ist auch hier – einschließlich des hier definierten Zufalls – alles durch Gesetze determiniert.

 

Versucht man nun aber, die Determiniertheit über ununterbrochene Kausalketten nachzuweisen, dann gerät man schnell in Schwierigkeiten, weil die Menge der Substanzen in der Regel unzählig ist, und zwar umso mehr, je genauer man die Kausalkette zeigen will – und die Quanten ihre eigenen Gesetze haben.

 

So gibt es Quantenphysiker, die von dem „objektiven Zufall“ sprechen. Sie meinen damit: Wenn man in der Welt der Elementarteilchen ein Experiment macht, in dem zwei identische Teilchen, zeitlich verschieden, unter identischen Umständen unterschiedliche Ergebnisse erzielen, dass es letztlich keine verborgenen Variablen gibt, von denen man sagen könnte, dass sie dieses verschiedene Ergebnis ausgelöst haben.

 

Damit möchten sie wohl den Indeterminismus beweisen. Und der gilt gemeinhin als bestätigt, wenn keine ununterbrochene Kausalkette belegt werden kann.

 

 

Eine andere Herangehensweise wäre zu beweisen, dass in bzw. zwischen Substanzen keine Gesetze herrschen.

 

Und ich meine, dass dies absolut unmöglich ist!

 

 

Es gibt noch einen Gedankenfehler der Leute, die mit dem objektiven Zufall argumentieren: Sie sagen, ein Elementarteilchen hätte keine Information, was es machen soll.

 

Anorganische Substanzen brauchen keine Informationen; sie laufen nach ihren inhärenten Gesetzen ab. Informationen brauchen nur Lebewesen, um zu überleben, ihre Ziele zu erreichen.

 

Wer also behauptet, es gäbe den „objektiven Zufall“, der sollte hinsichtlich dieser Fakten (der Gesetze) seine Behauptung noch einmal genau durchdenken.

 

Psychologisch gesehen könnte tatsächlich der starke Wunsch dahinterstecken, den Determinismus zu widerlegen.

 



[1] Gespräch über: die Gesetze, die immanent und unveränderlich sind

 

Einen ausführlichen Text zu dem Hinweis finden Sie in dem Buch:

„Hermsch - Das sollten Sie wissen: Die 11 Grundlagen des Menschen.“