Die 11 Grundlagen des Menschen                                        DER MENSCH WIRD BESTÄNDIG VON ZIELEN DES GEHIRNS GESTEUERT

 

 

Der Mensch wird im Wachsein beständig von Zielen des Gehirns[1] gestaltet, die nach den Gesetzen der Mittelpunkt-Mechanik gesteuert werden.

 

Zu unterscheiden ist, ob man im Wachsein oder in einem schlafähnlichen Zustand ist.

 

Im Schlaf und ähnlichen Zuständen gelten andere Gesetze; die Mittelpunkt-Mechanik[2] ist weitgehend ausgeschaltet. Daher kann das Gehirn das Geschehen, das im Wachsein geschah, besser verarbeiten. Im Schlaf geht es um allgemeine und spezielle Themen, die für ihre Ziele manchmal auch auf Urstrukturen[3] zurückgreifen (etwa in den Darstellungen von Bildern).

 

In allen Fällen wird der Mensch aber von Zielen gesteuert.

(Letztlich hat alles das Ziel, eine Struktur nach den Gesetzen zu bilden)

 

Ziele wollen erreicht werden. Das Strickmuster der Gefühle bezüglich der Ziele ist:

Wenn man sie erfüllt, hat man ein gutes Gefühl, das je nach dem Wert sehr stark sein kann. Erreicht man sie nicht, dann drängen sie oft, teilweise mit heftigen Gefühlen, es noch mal zu versuchen.

 

Ziele (synonym Werte) im Menschen bestehen aus Netzwerken von Synapsen und Neuronen. Sie sind Antriebe und Gestalter der Psyche. Für den Weg zu dem jeweiligen Ziel strukturiert es, über die Mittelpunkt-Mechanik, den Menschen und die Welt.

 

Im Wachsein in einem Ziel zu sein, führt zu zweierlei: Erstens bringt es den Menschen in eine bestimmte Struktur (Einstellung, Haltung), und zweitens sieht er die Welt in einer bestimmten Form (Aufbau, Zusammensetzung, Gestaltung), um es zu erreichen.

 

Willst du dich selbst erkennen, frage dich nach deinen Zielen.

 

Wenn man Menschen in ihrer Kommunikation beobachtet, kann man sich fragen, woher das Sprechen, die Gestik, Mimik, Ausdruck der Augen usw. herkommt.

 

Beim genauen Nachdenken kommt man unweigerlich zu dem Ergebnis, dass es vom Gehirn erzeugt wird – und nicht etwa vom Bewusstsein. Die gespeicherten Mittelpunkte der Ziele führen dies aus, lernen je nach Gesprächspartner (durch Wahrnehmung der Sinne) hinzu und kreieren eventuell neue Neuronennetze.

 

Im Schlaf ist im Normalfall die quergestreifte Muskulatur ausgeschaltet. Entsprechend kann der Mensch nicht wie im Wachsein agieren. Hinzu kommt, dass das Stirnhirn[4] (Temporallappen oder Stirnlappen) lahmgelegt ist. Dies bedeutet, dass ein logisches und kritisches Betrachten der Träume im Schlaf nicht möglich ist.

 

Vieles, das im Tagesablauf wichtig war, ist während des Schlafs im Wert herabgesetzt. Das Bewusstsein sendet keine Informationen an das Gehirn, aktiviert die Mittelpunkte also nicht mehr. Sie spielen dann nicht mehr die Rolle wie im Wachzustand. Im Schlaf können Assoziationen[5], weitgehend unbeeinflusst von den Wach-Mittelpunkten, ihr Spiel treiben.

 

Wie im Wachzustand nehmen wir auch im Schlaf Aktivitäten des Gehirns wahr – allerdings ohne diese in der Außenwelt erleben zu können. Die Folge: Das Gehirn korrigiert sich mangels Informationen nicht. Hinzu kommt, dass unsere Innenwelt, also die Neuronennetze, nicht so exakt verschaltet sind wie im Wachsein.

 

Daher erleben wir Träume als absolute Realität.

 

Im Schlaf benötigen wir die Ziele des Überlebens in der Regel also nicht, sie sind daher weitgehend heruntergefahren. Es sei denn, es passiert etwas Außergewöhnliches. Dann werden wir natürlich sofort hellwach, und die Mittelpunkte übernehmen wieder die Regie.

 

Der Unterschied zwischen der Wachheit und dem Schlaf ist also der, dass im Ersteren die Mittelpunkte für eine Struktur sorgen; in den hier angestrebten Zielen hat das Stirnhirn[6] einen erheblichen Anteil. Wohingegen sie im Schlaf teilweise bis auf null herabgesetzt sind (das Stirnhirn etwa ist dann total blockiert). So haben die Mittelpunkte wenig Einfluss auf das Gehirn, das deshalb die seltsamsten Bilder hervorzaubern kann.

 

Es sind also andere Mechanismen und Gesetze aktiv.

 

Wenn ein Mittelpunkt einen Menschen aber stark beschäftigt, dann kann ihn dieses Thema auch im Schlaf beunruhigen mit dem Ziel, eine Lösung zu finden. Dies läuft dann aber weniger rational ab, sondern nach den Gesetzen, die im Schlaf wirken. Im Traum verlieren die Tages-Mittelpunkte ihre Macht und unterliegen besonders den Gesetzen der Kreativität[7].

 

Der Traum ist dann im Wachsein also deshalb so schwer verständlich, weil man wieder in den gewohnten Mittelpunkten ist. Wohingegen im Traum diese Mittelpunkte, wie gesagt, mehr oder weniger aufgelöst sind, weil die Ziele weitgehend inaktiv sind. Dies endet sofort, wenn wir erwachen. Weil das Traumgeschehen dann in der Regel keinen Wert mehr hat, nicht wichtig für die Gegenwart ist.



[1] Die 11 Grundlagen des Menschen: Gehirn

[2] Die 11 Grundlagen des Menschen: Mittelpunkt-Mechanik

[3] Die 11 Grundlagen des Menschen: Urstrukturen

[5] Ähnlichkeiten (Wie könnte man sich erklären …)

[6] Stirnhirn (Wie könnte man sich erklären )

[7] Kreativität (Wie könnte man sich erklären …)

 

Ausführliche Texte zu den jeweiligen Hinweisen finden Sie in dem Buch:

„Hermsch - Das sollten Sie wissen: Die 11 Grundlagen des Menschen.“