Wie könnte man sich erklären...                                         WUT AUF SICH SELBST

 

 

 

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Wenn man Wut auf sich selbst hat, zeigt es, dass man sich selbst nicht akzeptiert.

Das liegt eigentlich immer an den Zielen, die man in sich hat, und nicht erreicht hat.

 

Daraus folgt:

1. es ist besser, sich zu akzeptieren, weil die Wut auf einem selbst wenig nützt, und

2. man sollte sich die Ziele, die das ausgelöst haben, einmal genau ansehen.

 

 

Wenn Wut in einem hochsteigt, kann es helfen (wie gesagt), sich zwei Tatsachen vor Augen zu führen:

 

Du bist so, wie du bist.

 

Was geschah, musste geschehen, wie es geschah*.

 

(Das heißt natürlich nicht, dass man für die Zukunft nicht an sich oder seine Umwelt arbeiten sollte.)

 

Es bringt nicht viel, auf sich selbst wütend zu sein. Damit ändert man mit Sicherheit nicht die Vergangenheit und lässt eventuell nur seiner blinden Rache (auch sich selbst gegenüber) freien Lauf.

 

Es ist im Leben doch in aller Regel so: Wenn etwas nicht gelingt, dass man dann überlegen sollte, wie man es in Zukunft besser machen könnte.

 

Das sollte auch für seine Wut gelten.

 

Da man inzwischen wohl weiß, dass die Menschen von sich selbst – ihren psychischen Zielen* gesteuert werden, macht es Sinn, nach denen zu fragen, die die Wut (oder den Ärger) ausgelöst haben.

 

Hat man sie entdeckt, ist man im Vorteil: Ziele können beeinflusst werden, damit sie einen mit diesen Emotionen nicht mehr aus der Bahn bringen können.

 

 

Es gibt aber nicht wenige Menschen, die glauben, man sollte seine Wut ausleben.

 

Etwa: Sich selbst – verbal oder mit Gesten - oder Andere oder leblose Dinge zu verfluchen, und sich zu ärgern. Ein Grund dafür ist wohl die Gewohnheit.

 

Nun, wer dies meint, muss es wohl so tun – hat aber auch die Konsequenzen für das Ausleben seiner Wut zu ertragen.

 

 

Ich bin der Meinung, es ist besser, sich zunächst seine Wut ansehen, als sich ihr blind zu unterwerfen und zu folgen: Warum ist man wütend? Woher kommt sie?

 

Und – um ähnliche Verhaltensweisen in Zukunft zu vermeiden, sollte man eine Strategie zur Selbsterkenntnis entwickeln.

 

Nochmal: Wut bedeutet, dass ein angestrebtes Ziel* nicht erfüllt wurde, und vom Inneren des Menschen die Aufforderung, der Drang entstehen kann, dieses (oder eine Alternative) doch noch zu erreichen – egal wie oder wodurch.

 

Der Ärger oder die Wut wird oft nach außen projiziert; auf andere Menschen, sonstige Lebewesen, leblose Gegenstände, die die Schuld daran haben sollen. Oft auch auf das Schicksal, dass es auf einen abgesehen hat oder auf böse Mächte.

 

Es kann die Stimmung beeinflussen und Traurigkeit oder Resignation bis zur Depression erzeugen.

 

Auf die Idee, dass der Ärger oder die Wut von seinen eigenen Zielen, seiner Einstellung ausgelöst wird, kommt man meist nicht.

 

Denn viele der Reaktionen erfolgen auf Grund falscher Ziele* in einem selbst. Bezüglich seiner eigenen Erwartungen an die Menschen und Umwelt.

 

Nicht wenige Menschen geraten in Wut und verfluchen sich, wenn es nicht zu dem Ergebnis führte, dass man anstrebte.

 

Das kann zu in einem Mangel an Selbstvertrauen führen. Und dies wiederum zu Störungen in seinen inneren Abläufen.

 

Besiegt man diese Wut, und bewegt sich ruhig weiter in Richtung auf das angestrebte oder geänderte Ziel, erreicht es schließlich (etwa durch Kompromisse), dann ist man in der Psyche* zufrieden und stolz auf sich.

 

Wohl jeder hat Ideale von sich – wie er sein möchte oder sollte. Dazu gehört u. a. auch oft, keine Fehler zu machen, perfekt zu sein.

 

Fündig werden, bezüglich dieser Ursachen, könnte man bei seinen Bezugspersonen, den Menschen, mit denen man aufgewachsen ist, die Kultur, in der man lebte bzw. jetzt lebt, und mit den Menschen, mit denen man jetzt zusammen ist (denn von den ideale Zielen geht ja oft der Ärger auf sich selbst aus, wenn sie nicht erreicht werden).

 

Ärgert man sich z.B. darüber, dass etwas nicht so funktionierte, wie man es erwartete, dann spielt nicht selten ein unbewusster metaphysischer oder mystischer Glaube eine Rolle. Hier könnte man sich klarmachen: Gegenstände haben keinen Willen und wollen einen auch nicht ärgern.

 

 

Um Ärger oder Wut zu vermeiden, gibt es u.a. Möglichkeiten:

 

Etwa sich zu sagen (wie oben ausgeführt): „Was geschah, musste geschehen, wie es geschah“, Denn alles geschieht auf Grund von Substanzen, die nach Gesetzen ablaufen.

 

Und/oder versuchen, den Auslöser zu erforschen, zu überdenken, fragen, welchen Anteil man selbst daran hat, und wie man sich verändern könnte, eventuell das Ziel zu modifizieren oder ganz aufzugeben.

 

Um sich besser kennenzulernen, könnte man sich also (mit seinem ICH*) beobachten. Man würde u. a. feststellen, dass oft die gleichen Abläufe erfolgen. Hier wäre auch ein Ansatz, sich selbst zu ändern.

 

Denn man ist natürlich auf seine Psyche angewiesen. Und der Harmonie und des Ausgleichs wegen ist es gut, mit sich selbst auszukommen.

 

Dies erreicht man nicht mit Gewalt und auch nicht damit, sich selber durch Flüche zu bestrafen.

 

Da die Reaktionen (Ärger und Wut) letztlich aus der eigenen Sicht und Einstellung erfolgen, sollte man, bezüglich Veränderungen, in der Regel zunächst bei sich selbst ansetzen. Mit der Frage, wie könnte ich mich in ähnlichen Situationen gemäßigter, angemessener verhalten? könnte schon eine Lösung kreiert werden.

 

Hat man eine Antwort gefunden, sollte man diese mit der spontanen Reaktion koppeln. Genauer: Ein Ziel mit dieser Antwort formen, sodass jedes Mal, wenn der Impuls das Verhalten hervorrufen will, dies ebenfalls aktiviert wird und so dämpfend und regelnd, das eigene Verhalten beeinflusst.

 

Gelingt es einem, dies auszuführen, dann wird auch in Zukunft der Ärger geringer, weil dadurch die Ziele entschärft wurden.

 

Da wir alle von Zielen gesteuert werden, ist die Bildung neuer Ziele natürlich weitaus effektiver als sich selbst zu verfluchen.

 

 

Eine kleine Anregung für den Umgang mit unangenehmen Geschehnissen, die passiert waren:

 

Geht man von dem Motto aus: Was geschah musste geschehen, wie es geschah, dann macht es eigentlich überhaupt keinen Sinn, sich zu ärgern.

 

Also, warum ärgert man sich?

 

Weil das, was geschah nicht mit dem übereinstimmte, wie man es gerne hätte.

 

Wenn man dann noch selbst der Hauptauslöser war, dann kann schon gefühlsmäßig eine Wut hochkommen.

 

Zu empfehlen wäre auch, die rationale der gefühlsmäßigen Seite gegenüberstellen. Und dann negative Gefühle auf sein Verhalten trainieren (ohne sich zu verfluchen).

 

Je nachdem, wie weit man dies in sich integrieren konnte, umso mehr Einfluss hat es auf die Psyche.

 

Fragen wie: „Wie konntest du das nur tun?“ „Kannst du nicht aufpassen?“ und Ähnliche würden bezüglich der Vergangenheit nicht mehr gestellt.

 

Je weiter und intensiver man die Situation, in der etwas passiert ist, erforscht, umso klarer wird, dass dies genauso passieren musste, wie es geschah.

 

In Zukunft wird natürlich in ähnlichen Situationen ein anderes Verhalten erfolgen, weil man gelernt, seine Erfahrungen gesammelt hat – nur in der damaligen Situation gab es nur diese eine Möglichkeit.

 

Es gibt zwar viele, wenn – dann, nur für die Vergangenheit, also wenn etwas geschehen war, nützen sie nichts.

 

Man kann sie aber natürlich gut für die Zukunft verwenden.

 

Also nochmal: Warum ärgert man sich?

Weil ein Ziel nicht erreicht wurde.

Warum wurde dieses Ziel nicht erreicht?

Weil es bezüglich der Umwelt oder der Menschen oder der Unzulänglichkeit bezüglich einem selbst nicht möglich war.

Nützt dieser Ärger oder schadet er?

In der Regel wohl das Letztere.

Wie könnte man in Zukunft bezüglich dieses Zieles etwas verändern?

Meistens, das angestrebte Ziel zu modifizieren: Wenn man sich also selbst überwinden kann, das eigene Ziel zu beeinflussen oder zu ändern.

 

 

Ein Rat:

 

Du bist, wie du bist, also nimm dich auch so – wenn du dich nicht, ohne dir zu schaden, ändern kannst.

 

Denn du bist, was du bist – also dein Gehirn ist (welche Fähigkeiten und Möglichkeiten es hat).

 

Darüber hinaus denke an das Motto: Was geschah, musste so geschehen, wie es geschah.

 

 Also musste auch dein Gehirn so werden, wie es jetzt ist. Und so sein, wie es nach deinem Änderungswunsch ist (also gleich oder geändert).

 

Und nur über dein Gehirn kannst du dich ändern (etwa mit deinem ICH, das sich ebenfalls im Gehirn befindet) – wenn dies die Fähigkeit dazu hat.

 

Noch eine kleine Analyse: Wenn jemand wütend ist über etwas, was er selbst mal gemacht hat, dann ist es so, dass in dem Moment, in dem er wütend ist, die damalige Situation in ihm auftaucht, ihn wie ein Flash überflutet. Er agiert also so, als wenn er das gerade eben gemacht hätte.

 

Zusammenfassung:

Ärger über sich selbst wird immer ausgelöst durch Ziele, die in einem sind und Neuronennetze – Mittelpunkte – gebildet haben. Sie wollen erreicht werden; so oder so zu sein, zu begreifen, zu handeln, usw.

Eine Lösung wäre, wie gesagt, sich dieses Ziel klarzumachen und zu versuchen, herauszufinden, warum und wodurch es sich gebildet hat.

Dann könnte man überlegen, wie man den Ärger reduzieren oder nicht mehr agieren lässt:

 

·         Ist das Ziel wirklich so wichtig?

 

·         Ist es nur ein Ideal oder Wunsch?

 

·         Wie könnte man es modifizieren?

 

·         Akzeptiert man sich nicht so, wie man ist?

 

 

Und schließlich noch ein Wort über das Grübeln.

 

„Definition (Wikipedia): Das Grübeln ist eine Form des Nachdenkens, bei dem die Gedanken um mehrere Themen oder ein spezielles Problem kreisen, ohne dabei zu einer Lösung zu kommen.“

 

In der Regel raubt es Energie und bringt nichts – es sei denn, man denkt über den Vorfall, das Thema, usw. nach, um herauszufinden, warum es geschah, und um es dann zu ändern.

 

Dazu versucht man sich so genau wie möglich in die damalige Situation hineinzuversetzen. Je besser einem dies gelingt, umso klarer kann man sehen, dass dies genau, so geschehen musste, wie es geschah.

 

Dies hat zwei Vorteile:

 

  • Das Grübeln hört auf.

 

·         Man lernt die Welt und sich selber besser zu verstehen; wie die damaligen Gesetze gewirkt hatten.

 

 

Eine Anregung:

 

Was man möglichst vermeiden sollte ist, sich mit einem Vorwurf oder Schuld*-Selbstanklage zu fragen: „Wie konntest du das nur tun!?

 

Denn nur Veränderungen in sich selbst bringen etwas.

 

Weil:

 

1.    Es musste, aufgrund der Gesetze, so geschehen.

 

  1. Ist es in der Regel sehr schwer, sich nochmals genau in die Situation der Vergangenheit mit allen Umständen und Gefühlen hineinzuversetzen.
  2. Würde man das wirklich schaffen, dann käme man lediglich zu dem Schluss, dass es exakt so ablaufen musste.
  3. Um eine Änderung zu erreichen genügt es, für zukünftige ähnliche Situationen eine andere Reaktion zu erzeugen – notfalls diese im ‚trockenen Zustand‘ zu üben.

 

 

 

Und schließlich: Sollte man so oder so nicht zu einer Lösung kommen, dann ist es wichtig, sich letztlich selbst von dem Grübeln zu lösen!

 

 

 

© Es ist zulässig, diesen Inhalt unter der Bedingung, meine Website www.karlheinzhermsch.de zu nennen, und ohne die Texte zu verändern bzw. zu kürzen, uneingeschränkt zu nutzen oder zu vervielfältigen. (Nachfragen über Ausnahmen bitte über mein Impressum).

 

 

 

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