Wie könnte man sich erklären...                                         WUT AUF SICH SELBST

 

Ärger bedeutet immer, dass ein angestrebtes Ziel nicht erfüllt wurde, und vom Inneren des Menschen die Aufforderung, der Drang entsteht, dieses doch noch zu erfüllen – egal wie oder wodurch.

 

Denn der Grund ist immer ein angesteuertes, aber nicht erreichtes Ziel.

 

Der Ärger wird oft nach außen projiziert; auf andere Menschen, sonstige Lebewesen, leblose Gegenstände. Oft auch auf das Schicksal, dass es auf einen abgesehen hat oder auf böse Mächte.

 

Es kann die Stimmung beeinflussen und Traurigkeit, Wut oder Resignation bis zur Depression erzeugen.

 

Um dies zu vermeiden, gibt es Möglichkeiten: Etwa sich zu sagen: „Was geschah, musste geschehen, wie es geschah“[1], und/oder versuchen, dieses Ziel zu finden, zu erforschen, zu überdenken, zu modifizieren oder ganz aufzugeben.

 

Aus der Perspektive, dass alles so geschehen musste, wie es geschah, macht es eigentlich überhaupt keinen Sinn, sich zu ärgern. Tut man es trotzdem, liegt es meist an automatischen Abläufen in einem selbst. Macht man sich dies bewusst, könnten zukünftige ähnliche Reaktionen geändert werden.

 

Fragt man sich: „Welches Ziel wollte ich erreichen und warum habe ich es verfehlt?“, könnte man zweierlei gewinnen: erstens, den Grund seines Ärgers erkennen, und zweitens, sich selbst besser kennenlernen.

 

 

Man könnte sich die Frage stellen: Sollte man (also das ICH[2]) seine Einstellung mit einem modifizierten Ziel, das man eventuell neu kreiert, ändern? Anstatt sich über das Geschehen zu ärgern und zu schimpfen.

 

Dieses Ziel sollte so gestaltet sein: „Sollte mir noch mal eine ähnliche Situation wie diese eben begegnen, dann reagiere ich möglichst so und so.“

 

Gelingt es einem, dies auszuführen, dann wird natürlich auch in Zukunft der Ärger geringer.

 

Ärgert man sich, etwa über unbelebte Gegenstände (z. B. darüber, dass etwas nicht so funktionierte, wie man es erwartete), dann spielt oft ein metaphysischer oder mystischer Glaube eine Rolle. Hier könnte man sich klarmachen: Gegenstände haben keinen Willen und wollen einen auch nicht ärgern.

 

Das Letztere ist aber nicht möglich, wenn man in der blinden Wut ist. Hier blendet dieser Mittelpunkt alles aus; man will nur noch seine Wut befriedigen.

 

 

Also: Warum ärgert man sich?

Weil ein Ziel nicht erreicht wurde.

Warum wurde dieses Ziel nicht erreicht?

Weil es bezüglich der Umwelt oder der Menschen oder der Unzulänglichkeit bezüglich einem selbst nicht möglich war.

Nützt dieser Ärger oder schadet er?

In der Regel wohl das Letztere.

Wie könnte man in Zukunft bezüglich dieses Zieles etwas verändern?

Meistens, das angestrebte Ziel zu modifizieren: Wenn man sich also selbst überwinden kann, das eigene Ziel zu ändern.

 

 

Dazu gehört auch die Wut auf sich selbst.

Jeder hat Ideale von sich – wie er sein möchte oder sollte. Dazu gehört u. a. auch oft, keine Fehler zu machen.

 

Nicht wenige Menschen geraten in Wut und verfluchen sich, wenn es nicht zu dem Ergebnis führte, dass man anstrebte.

 

Macht das Sinn? Wird dadurch etwas geändert?

 

Geändert wird dadurch oft etwas in der Psyche[3]: Sie duckt sich und spaltet sich von dem Wüterich ab (also von dem Ziel, durch Wut sich selbst zu ändern).   Ziel: 'Bloß keine Fehler machen.'

 

Das kann zu in einem Mangel an Selbstvertrauen führen. Und dies wiederum zu Störungen in den inneren harmonischen Abläufen. Denn Fehler gehören zum normalen Ablauf.

 

Besser wäre, sich zu sagen: „Was geschah, musste geschehen, wie es geschah“[4] – und, wie gesagt, versuchen, herauszufinden, warum man dies gemacht hat, um diesen Teil, dieses Ziel seiner Psyche zu ändern. Dies betrifft auch einfache Fehler, die man machte.

 

Besiegt man diese Wut, und bewegt sich ruhig weiter in Richtung auf das angestrebte Ziel, erreicht es schließlich, dann ist man in der Psyche zufrieden und stolz auf sich.

 

Vollkommen zu sein, streben gewöhnlich nur Menschen an, die über sich (wie ihre Psyche agiert, dass sie nach Substanzen und Gesetzen abläuft) wenig wissen.

 

 

Um sich besser kennenzulernen, könnte man sich (mit seinem ICH) beobachten. Man würde u. a. feststellen, dass oft die gleichen Abläufe erfolgen. Hier wäre auch ein Ansatz, sich selbst zu ändern.

 

Denn man ist natürlich auf seine Psyche angewiesen. Und der Harmonie und des Ausgleichs wegen ist es gut, mit sich selbst auszukommen.

 

Dies erreicht man nicht mit Gewalt und auch nicht damit, sich selber durch Flüche zu bestrafen.

 

Hier könnte helfen, wie gesagt, seine Ideale auf die Probe zu stellen: sich zu fragen, woher diese kommen und ob sie wirklich in dieser Form weiterhin notwendig sind (denn von den Zielen der Ideale geht ja oft der Ärger auf sich selbst aus, wenn sie nicht erfüllt werden).

 

Fündig werden könnte man bei seinen Bezugspersonen, den Menschen, mit denen man aufgewachsen ist, die Kultur, in der man lebte bzw. weiterlebt, und mit den Menschen, mit denen man jetzt zusammen ist.

 

 

Ein Rat: Du bist, wie du bist, also nimm dich auch so – wenn du dich nicht, ohne dir zu schaden, ändern kannst.

 

Denn du bist, was du bist – also dein Gehirn ist (welche Fähigkeiten und Möglichkeiten es hat).

 

Darüber hinaus denke an das Motto: Was geschah, musste so geschehen, wie es geschah.

 

Also musste auch dein Gehirn so werden, wie es jetzt ist. Und so sein, wie es nach deinem Änderungswunsch ist (also gleich oder geändert).

 

Und nur über dein Gehirn kannst du dich ändern (etwa mit deinem ICH, das sich ebenfalls im Gehirn befindet) – wenn dies die Fähigkeit dazu hat.

 

 

Noch eine kleine Analyse: Wenn jemand wütend ist über etwas, was er selbst mal gemacht hat, dann ist es so, dass in dem Moment, in dem er wütend ist, die damalige Situation in ihm auftaucht, ihn wie ein Flash überflutet. Er agiert also so, als wenn er das gerade eben gemacht hätte.

 

Und auch noch einen kleinen Exkurs über das Fluchen:

Der Fluch entsteht durch das Nichterreichen eines Zieles, und man etwas (externes) dafür verantwortlich macht. Etwa: eine mystische Gestalt, einen unbelebten Gegenstand, eine Person oder ein sonstiges Lebewesen.

In allen Fällen ist das Fluchen wenig hilfreich, weil man damit die Vergangenheit nicht ändert.

 

Was sich ändern könnte, wäre, wenn man sich das, was nicht geklappt hat oder in Erfüllung ging, noch einmal genau ansieht, um dann sein eigenes Verhalten so verändert, dass es Erfolg hat.



[1] Gespräch über: Was geschah, musste geschehen, wie es geschah

[2] ICH (Wie könnte man sich erklären )

[3] Die 11 Grundlagen des Menschen: Psyche

[4] Gespräch über: Was geschah, musste geschehen, wie es geschah

 

Ausführliche Texte zu den jeweiligen Hinweisen finden Sie in dem Buch:

„Hermsch - Das sollten Sie wissen: Die 11 Grundlagen des Menschen.“

 

 

 

© Es ist zulässig, diesen Inhalt unter der Bedingung, meine Website www.karlheinzhermsch.de zu nennen, und ohne die Texte zu verändern bzw. zu kürzen, uneingeschränkt zu nutzen oder zu vervielfältigen. (Nachfragen über Ausnahmen bitte über mein Impressum).

 

 

Basic knowledge about human beings

  • Consciousness is neither an incompre-hensible mind (as is often believed), nor does it decide
  • This is the brain’s job. It controls people with neuronal networks (which I call midpoints) that have been formed through the goals of inheritance and experience.
  • Consciousness only experiences with the senses. With these sensations and data, the brain can change its decisions.

 

People are never shaped by just one area of the brain, but always by many that are connected to each other via neural networks.

 


Without exception, these networks were each created by goals.

 

 

 

 

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