Die 11 Grundlagen des Menschen                                         WIE MAN DIE WELT WAHRNIMMT


Man kann die Welt nur durch seine Ziele wahrnehmen.

 

 

Wir sehen die Welt nicht, wie sie vor uns liegt (das heißt auch, für alle gleich), sondern eine, die das Gehirn[1] uns, aufgrund seiner Ziele, zeigt.

 

Da jeder Mensch seine charakteristischen Ziele in sich hat, sieht er auch seine eigene Welt, auf die er individuell reagiert.

 

(Nebenbei: Da jede Gattung ihre spezifischen Ziele hat, sieht sie auch die Welt ähnlich).

 

So können Menschen die Welt immer nur aus der Sicht des jeweiligen Betrachters[2] wahrnehmen.

 

Und: Verstand heißt, eine Sache genau wahrzunehmen, also zu begreifen. Begreifen kann man immer nur das, wofür man eine Anlage hat.
(Begegnet man etwas für einen absolut Neuem, dann kann man das natürlich auch aufnehmen, begreifen – aber, wie gesagt, nur nach seinen Anlagen (seinen Zielen). So wird das Neue aus dem Um- und Innenfeld des Menschen von dem Gehirn seinen Anlagen angepasst.

 

Zunächst nimmt man dementsprechend die Welt durch die Ziele in einem selbst und dann mit seinen selektierten Sinnen auf – in dieser Reihenfolge. Das Gehirn empfängt zwar ständig ungefilterte Reize (der Mensch nimmt ca. 11 Millionen Bits pro Sekunde auf), doch es bildet die vor uns liegende Welt nicht einfach 1:1 ab, sondern selektiert sie mit seinen Mittelpunkten[3], die die Sinne dann so ausrichten, dass sie nur die Informationen wahrnehmen, die zu den Zielen des Gehirns passen.

 

Diese Millionen Bits sind also nicht dazu da, um die Umwelt genau für uns abzubilden, sondern um die Strukturen, die nach dem Selektieren durch unsere Ziele entstehen, mit den gespeicherten im Gehirn zu vergleichen und gegebenenfalls diese durch Lernen (verändern von Synapsen) zu korrigieren.

 

Generell ist es also so, dass der Mensch die Welt seiner Erbanlagen im Kopf hat, zusammen mit denen, die über Erfahrungen und Lernen in ihm aufgebaut wurden.

Das ist der Grund dafür, dass wir die Welt jeweils unterschiedlich und eventuell falsch[4] wahrnehmen; weil wir nicht in den richtigen Mittelpunkten waren. (Falsch in der Beziehung, dass wir dadurch Nachteile haben, z. B. nicht angemessen reagieren.)

 

Und da das Selektieren durch die Ziele auch das Speichern der Erfahrungen im Gehirn beeinflusst, kann es so zu falschen Informationen kommen.

 

Wenn man sich in einer fremden Umgebung und ohne eine Erwartungshaltung zu haben, einmal um 180 Grad dreht, dann braucht es Millisekunden bevor man das, was dann vor einem liegt, bewusst wahrnimmt bzw. erkennt. Dies legt am Gehirn: Zuerst erfolgt die allgemeine – wie ich sie nenne – Bit-Aufnahme, dann sucht das Gehirn nach Ähnlichkeiten und nimmt diese wahr. Je nachdem, inwieweit diese Wahrnehmung mit dem was vor einem liegt nicht übereinstimmt, also neu ist, wird es, wenn es relevant ist, korrigiert.

 

Auch das Erkennen erfolgt durch Ziele; man erkennt das wieder, was im Gehirn abgespeichert wurde. Hier findet sich auch der Grund für Verwechslungen (weil das Gehirn nach Ähnlichkeiten[5] geht).

 

Die selektierten Reize verändern gegebenenfalls im Gehirn bestehende Neuronennetze, oder generieren neue, wenn Ziele (Mittelpunkte) in der Psyche[6] dies für wichtig erachten. Ergeben sich bezüglich der Reize mehr oder weniger starke Differenzen zu dem, was bisher gespeichert wurde, dann wird es angeglichen.

 

Mittels der Sinne, die über die Aufmerksamkeit deren Informationen an das Gehirn schicken, ist dies immer auf seinen neuesten Stand – wenn die Ziele der Wahrnehmung nicht zu sehr von bestimmten (starren) Mittelpunkten eingeengt werden.

 

Ohne neue Informationen von den Sinnen ist das Gehirn quasi blind – und agiert nur noch nach seinen bisherigen Informationen, die es gespeichert hatte.

 

Bezüglich des Erkennens sind einzelnen Dinge nicht wichtig. Es kommt jeweils auf das Ziel an. Wenn dies ist, Einzelheiten zu betrachten, dann erst werden diese besonders wahrgenommen. Geht es aber darum, den Gesamteindruck abzuspeichern, dann nimmt man dieses als Ganzheit wahr.

 

 


[1] Die 11 Grundlagen des Menschen / Gehirn

[2] Welt - objektiv und subjektiv (Wie könnte man sich erklären…)

[3] Die 11 Grundlagen des Menschen / Mittelpunkt-Mechanik

[4] Gespräch über Falsche Ziele

[5] Ähnlichkeiten (Wie könnte man sich erklären…)

[6] Die 11 Grundlagen des Menschen / Psyche

 

Ausführliche Texte zu den jeweiligen Hinweisen finden Sie in dem Buch:

„Hermsch - Das sollten Sie wissen: Die 11 Grundlagen des Menschen.“