Die 11 Grundlagen des Menschen                                WIE MAN DIE WELT WAHRNIMMT

 

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Man kann die Welt nur durch seine Ziele wahrnehmen.

 

Wikipedia (Definition): Wahrnehmung (auch Perzeption genannt) ist bei Lebewesen der Prozess und das subjektive Ergebnis der Informationsgewinnung (Rezeption) und -verarbeitung von Reizen aus der Umwelt und aus dem Körper inneren. Das geschieht durch unbewusstes (und beim Menschen manchmal bewusstes) Filtern und Zusammenführen von Teil-Informationen zu subjektiv sinn­vollen Gesamteindrücken. Diese werden auch Perzepte genannt und laufend mit gespeicherten Vorstellungen (Konstrukten und Schemata) abgeglichen.

 

 

 

Nach dieser Definition wäre zuerst die Welt da, die durch Filtern und Zusammenführen von Teil-Informationen zu subjektiv sinn­vollen Gesamteindrücken in den Lebewesen entsteht.

 

 

 

Ich meine, es ist umgekehrt: dass zuerst das Gehirn eine Sicht der Welt nach seiner Erfahrung in sich hat oder entwirft, bevor sie wahrgenommen wird. Sobald dies geschieht, vergleichen die Sinne diese beiden Welten und senden etwaige Abweichungen an das Gehirn, dass dann, wenn es ihm nach seinen Zielen richtig erscheint, seine Welt korrigiert.

 

 

Zunächst sieht man immer die Welt nach seinen Gewohnheiten, Erwartungen, Vorstellungen, die im Gehirn über Ziele in einem gespeichert sind. Erkennt man (weil es wertig für einen ist), dass sie davon abweicht, dann wird die Wahrnehmung dementsprechend angepasst. Ziele lernen hinzu oder bilden sich neu – wiederum zunächst nach seinen Zielen, die man ererbt hat, weil man nur durch sie die Welt wahrnehmen kann.

 

Es gibt keine Welt, wie sie eigentlich und immer ist, sondern nur eine aus der Sicht des jeweiligen Betrachters.

 

Daher sehen wir die Welt nicht, wie sie scheinbar vor uns liegt (das heißt auch,  für alle gleich), sondern eine, die das Gehirn uns, aufgrund seiner Ziele, zeigt.

 

Da jeder Mensch seine charakteristischen Ziele in sich hat, sieht er auch seine eigene Welt, auf die er individuell reagiert.

 

(Nebenbei: Da jede Gattung ihre spezifischen Ziele hat, sieht sie auch die Welt ähnlich).

 

So können Menschen die Welt immer nur aus der Sicht des jeweiligen Betrachters wahrnehmen.

 

Zusammengefasst:

Man sieht die Welt aus seiner Sicht. Diese ergibt sich aus den Zielen des jeweiligen Menschen. Und zwar aus seinen gegenwärtig aktiven oder besonders durch die momentan zusätzlich angereizten.

  • Die aktiven Ziele formen die Welt in eine Struktur, die zu ihrem Erreichen benötigt wird.
  • Je nach Wertigkeit der jetzt aktivierten Reize werden weitere Ziele geweckt, die zusätzlich die Sicht strukturieren.
  • So gibt es keine identische Welt, die  alle gleich sehen, sondern viele verschiedene, aus der Sicht der jeweiligen Ziele.

 

Und: Verstand heißt, eine Sache genau wahrzunehmen, also zu begreifen. Begreifen kann man immer nur das, wofür man eine Anlage hat.
(Begegnet man etwas für einen absolut Neuem, dann kann man das natürlich auch aufnehmen, begreifen – aber, wie gesagt, nur nach seinen Anlagen (seinen Zielen). So wird das Neue aus dem Um- und Innenfeld des Menschen von dem Gehirn seinen Anlagen entsprechend angepasst.

 

Dementsprechend nimmt man die Welt zuerst durch die Ziele in sich selbst und dann mit Ihren ausgewählten Sinnen auf - in dieser Reihenfolge.

Das Gehirn empfängt zwar ständig ungefilterte Reize (der Mensch nimmt ca. 11 Millionen Bits pro Sekunde auf), doch es bildet die vor uns liegende Welt nicht einfach 1:1 ab, sondern selektiert sie mit seinen Mittelpunkten, die die Sinne dann so ausrichten, dass sie nur die Informationen wahrnehmen, die zu den Zielen des Gehirns passen.

 

Diese Millionen Bits sind also nicht dazu da, um die Umwelt genau für uns abzubilden, sondern um die Strukturen, die nach dem Selektieren durch unsere Ziele entstehen, mit den gespeicherten im Gehirn zu vergleichen und gegebenenfalls diese durch Lernen (verändern von Synapsen) zu korrigieren.

 

Generell ist es also so, dass der Mensch die Welt seiner Erbanlagen im Kopf hat, zusammen mit denen, die über Erfahrungen und Lernen in ihm aufgebaut wurden.

Das ist der Grund dafür, dass wir die Welt jeweils unterschiedlich und eventuell falsch wahrnehmen; weil wir nicht in den richtigen Mittelpunkten waren. (Falsch in der Beziehung, dass wir dadurch Nachteile haben, z. B. nicht angemessen reagieren.)

 

Und da das Selektieren durch die Ziele auch das Speichern der Erfahrungen im Gehirn beeinflusst, kann es so zu falschen Informationen kommen.

 

 

Ein kleiner Ausflug zur Objektivität:

 

Wie nehmen etwa Tiere, Bakterien, Viren die Welt wahr? Und wer sieht die Welt richtiger?

 

Natürlich werden Menschen sagen: Die Welt sieht letztlich so aus, wie wir sie selbst sehen.

 

Ein kleiner Anreiz zum Nachdenken:

Was sollte das Gehirn denn auch wahrnehmen, wenn man sagt, man sieht sie, wie sie ist?

Was von der Welt nimmt man auf? Ganz oder teilweise?

 

Dies ist nur möglich in Bezug auf Ziele, die in einem selbst – im Gehirn - liegen.

 

Und: Die Wahrnehmung der Menschen ist eingeschränkt. Wie bezüglich des Hörens und Sehens mit der jeweiligen Bandbreite. Oder z.B. der Unfähigkeit, Radioaktivität, Magnetismus, Ultraschall, usw. wahrnehmen zu können.

 

 

So gibt es keine Welt, die aus jeder Perspektive gleich und unveränderbar wäre.

 

 

Zusammengefasst:

Von Lebewesen betrachtet ist die Welt Subjektiv.

Von einem Apparat aufgenommen – egal aus welcher Perspektive - ist sie immer Objektiv. Egal, was von der Welt aufgenommen wird; ein weites Spektrum, das es erfasst, oder bestimmte Einheiten, oder (noch tiefer gehend) Energiewellen: alles sind objektive Tatsachen.

Dies bedeutet aber nicht: ewig feststehend und unabänderlich, weil die Welt sich ständig verändert.

Ewig sind nur die Gesetze, nach denen die Substanzen sich bewegen.

 

 

 

Und alle Perspektiven der Makro- oder Mikrowelt unterliegen dem Satz:

 

Identische Substanzen unter identischen Bedingungen ergeben immer identische Ergebnisse.

 

 

Wenn man sich in einer fremden Umgebung einmal um 180 Grad dreht, dann braucht es Millisekunden, bevor man das, was dann vor einem liegt, bewusst wahrnimmt.

Dies legt am Gehirn: Zuerst erfolgt die allgemeine Wahrnehmung nach seinen Erwartungen. (Gibt es keine spezifischen,  sucht es nach Ähnlichkeiten). Je nachdem, inwieweit diese mit dem, was vor einem liegt, nicht übereinstimmt, wird es, wenn es relevant ist, korrigiert.

 

 

Das Ziel der Orientierung benötigt zur Abklärung Daten der Sinne, ob und wieweit die vom Gehirn gezeigte Welt eventuell von der Realität abweicht, um sich anpassen können. Diese brauchen dazu Millisekunden. (Das Ziel der Orientierung ist ein zentrales Ziel in den Lebewesen).

 

 

Auch das Erkennen erfolgt durch Ziele; man erkennt das wieder, was im Gehirn abgespeichert wurde. Hier findet sich auch der Grund für Verwechslungen (weil das Gehirn nach Ähnlichkeiten geht).

 

Die selektierten Reize verändern gegebenenfalls im Gehirn bestehende Neuronennetze, oder generieren neue, wenn Ziele (Mittelpunkte) in der Psyche dies für wichtig erachten. Ergeben sich bezüglich der Reize mehr oder weniger starke Differenzen zu dem, was bisher gespeichert wurde, dann wird es angeglichen.

 

Mittels der Sinne, die über die Aufmerksamkeit deren Informationen an das Gehirn schicken, ist dies immer auf seinen neuesten Stand – wenn die Ziele der Wahrnehmung nicht zu sehr von bestimmten (starren) Mittelpunkten eingeengt werden.

 

Ohne neue Informationen von den Sinnen ist das Gehirn quasi blind – und agiert nur noch nach seinen bisherigen Informationen, die es gespeichert hatte - wie es im Traum ist.

 

Bezüglich des Erkennens sind einzelnen Dinge nicht wichtig. Es kommt jeweils auf das Ziel an. Wenn dies ist, Einzelheiten zu betrachten, dann erst werden diese besonders wahrgenommen. Geht es aber darum, den Gesamteindruck abzuspeichern, dann nimmt man dieses als Ganzheit wahr.

 

Als Beispiel kann das Musikempfinden dienen: Man nimmt das Ganze wahr, und nicht die einzelnen Instrumente, weil dies nicht das Ziel ist. (Das Ganze ist, das Musikempfinden wahrzunehmen). Die Wahrnehmung einzelner Geräte würde das Empfinden trüben, weil man dadurch in andere Mittelpunkte kommen und abgelenkt werden könnte.

 

Genau so nimmt man im täglichen Leben alles gesamtheitlich von einem Ziel aus auf. Und so sieht man die Welt.

Ist etwas nicht mehr stimmig (z.B. etwas Gefährliches taucht auf) dann wird ein Ziel aktiviert, um es speziell wahrzunehmen. Dadurch ist man plötzlich in einem anderen Mittelpunkt. Dies wird ebenfalls ganzheitlich aufgenommen und erzeugt im Gehirn ein anderes Muster.

 

Wie und mit was etwa ein Raum gefüllt ist, ist zunächst nicht wichtig, solange man in dem Ziel ist, diesen Raum wahrzunehmen. Erst wenn man genauer durch andere Ziele hinschaut, bekommen diese einen Wert.

Im Gehirn gespeichert wird also immer nur die jeweilige Ganzheit.

 

Fazit: Immer nimmt das Gehirn ganzheitlich auf. Die etwa angereizten Ziele können die Themen aber schnell wechseln lassen.

 

Über die Wahrnehmung von Gefühlen führt dieser Link.

 

 

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