Wie könnte man sich erklären...                                          DASS ES URSTRUKTUREN IM MENSCHEN GIBT

 

 

Urstrukturen entwickelten sich im Anfang allen Lebens und wurden durch die Evolution vermehrt.

 

Dass es etwas Mystisches, Übernatürliches, Gott gibt, war für die Urmenschen eine absolute Wahrheit, die ihnen ihr Gefühl vermittelte. Dies könnte sich im Laufe der Zeit in der Erbmasse, oder der Epigenetik eingenistet haben.

 

 

Die Menschen haben sich, in aller Regel, wohl auch keine Gedanken darübergemacht, weil es für sie eine Tatsache war.

 

In allen Menschen existieren unbewusste kollektive Urbilder, Vorstellungen, Muster und Schemata, die in ihnen wirken. Es sind Bilder oder Anleitungen einer Form, bzw. eines Verhaltens, die tief in der menschlichen Gattung angelegt sind und vererbt werden. Insbesondere das Überleben und Nachkommen zu erzeugen.

Diese sind durch die Evolution entstanden, nicht etwa durch metaphysische Mächte.

 

Wie zum Beispiel Gestaltgesetze, Schönheit, Abscheu vor Mord, Fairness, Moral (im Sinne, wie man sich anderem gegenüber verhält), Streben nach Akzeptanz (die Anerkennung innerhalb einer Gruppe), Gerechtigkeit, Freiheit (zum Erreichen seiner Ziele), Autonomie, Selbstkontrolle, Ablehnung von Betrug / Falschheit. Diese können u. a. im Traum erscheinen. Dazu gehören auch Leben, Nachkommen erzeugen, Wachstum, Partnersuche, das Streben zu einer Gruppe, diffuse Vorstellungen von mystischen Wesen (die sich in der Phylogenese, der Stammesgeschichte der Menschen, aus Fantasien, die als Wirklichkeiten empfunden wurden, gebildet und verankert haben).

 

Zum letzteren: Es ist klar, dass sich mystische Bilder, Gefühle, Vorstellungen usw. in den Genen der Urstrukturen eingenistet haben, weil sich die frühen Menschen die Welt nur über Geister, Götter, Mystik erklären konnten. Dieses Erbe tragen wir alle – auch mittels der Epigenetik – in uns.

 

Darüber hinaus gibt es beispielsweise Muster im Menschen wie das Schema von der Mutterbrust oder in der Katze ein Schema von der Maus.

Diese Urstrukturen sind immer nur in den Lebewesen – im Gehirn –, nie außerhalb, und laufen, wie alles im Universum, nach Gesetzen ab.

 

Jede Gattung hat ihr Bild in sich. So wie der Mensch das Bild von Menschen, oder das Erkennen gegengeschlechtlicher Typen (wegen der Vermehrung) in sich hat. Darüber hinaus befinden sich im Gehirn auch diffuse Urstrukturen, etwa von einer Behausung, einer Sitzgelegenheit, von Flora und Fauna usw.

Diese Urbilder sind wichtig, weil man dadurch die Umgebung schneller aufbaut, Eckpunkte setzen kann, um sich besser orientieren zu können. Urbilder sind nicht konkret, sondern formen sich nach der jeweiligen Gegenwart. Wären sie konkret – wie die biologischen Ziele, die in jedem Menschen exakte Vorgaben haben – dann wären die jeweiligen psychischen Ziele in ihrer Form zu sehr eingeschränkt. Die Bilder und Vorstellungen sind also deswegen allgemein gehalten und undeutlich, weil man sich jeweils an der Gegenwart orientieren, anpassen muss. Je deutlicher sie wären, umso enger wäre der Kreis, umso schwieriger wäre die Anpassung. So wie Erinnerungen in uns hochsteigen, wenn wir mit Ähnlichkeiten konfrontiert werden, so ist es auch mit den Urbildern, wenn Mittelpunkte aktiviert werden, die die Urbilder betreffen.

 

So, wie also der Körper, die einzelne Extremitäten usw. vererbt werden, wie sie exakt ausgestaltet werden sollen, genauso läuft auch die psychische Vererbung ab. Allerdings nicht exakt, sondern mehr als diffuse Bilder und Vorstellungen, weil sonst, wie gesagt, die Gefahr besteht, dass man sich der Gegenwart nicht richtig anpassen kann, um diese Ziele zu erreichen, auszuführen.

Die psychischen Anlagen koppeln sich mit den jeweiligen angemessenen Mittelpunkten, die sich im Laufe des Lebens bilden.

 

Im Urgrund des Menschen gibt es z.B. den Helden, der durch einen gegenwärtigen Sporthelden oder Musikhelden angereizt und so vom Inneren des Menschen befeuert wird – damit das (diffuse) Bild erfüllt wird, dass man in sich hat.

Wenn man ein Theaterstück oder einen Film sieht, ein Buch liest, das einem sehr gefällt, kann man, wenn sich selbst erkennen will, fragen, warum dies einem gefällt. Man wird immer auf Urbilder stoßen, die in einem liegen, dadurch angereizt und zum Leben erweckt wurden.

 

Die Wirkungsweise der Urbilder könnte man sich am Beispiel eines Künstlers vorstellen: er hat jeweils eine Art Vorstellung – eine Idee – in sich, die er aber zunächst nicht genau erkennen kann und erschafft auf dieses Ziel hin seine Werke.

 

Auch das diffuse Bild eines Gottes in einem, das für Geborgenheit und Unterstützung steht, ist ein Urbild, das in Bezugspersonen, etwa Elternteile, Gestalt annimmt.

 

Hier findet sich auch der Wunsch nach einem Erlöser (Heilsbringer).

 

 

Sollte also einmal der Gedanke an Gott oder eine übermächtige Macht in einem auftreten, (was ja nicht so selten ist), dass diese etwas verursacht haben, dann sollte man sich vor Augen führen, dass dies aus einem Selbst, aus seiner eigenen Urstruktur kam.

 

Dass es also nicht von außen, sondern von innen kommt.

 

 

In den Menschen scheint das Urbild vorhanden zu sein, sich etwas (lebenswichtigem) unterzuordnen. Zum Beispiel der Säugling seiner Mutter, das Kind seinen Eltern. Hier geht es um Leben, Schutz und Geborgenheit. In der Erwachsenenwelt steht dafür oft ein Führer.

 

Ebenfalls das Urmuster, sich in einer Gruppe einzufügen bzw. der Moral unterzuordnen, unter der diese lebt.

 

Wie gesagt: Alle aufgeführten Ziele bzw. Mittelpunkte der Urstrukturen laufen überwiegend unbewusst ab und gestalten den Menschen. Und alle sind Substanzen, die nach Gesetzen ablaufen.

Hier finden sich zentrale Gründe für die Antriebe, das Verhalten der Menschen. Die wesentlichsten sind, zu überleben und Nachkommen zu zeugen.

 

 

Noch ein Wort zu den Archetypen: Uralte Gemeinsamkeiten – Mittelpunkte – die tief in der Erbmasse liegen und von denen die Menschen durch unbewusste Vorstellungs- und Handlungsmuster gestaltet werden.

 

 

 

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Archetypen sind die im kollektiven Unbewussten angesiedelten Urbilder menschlicher Vorstellungsmuster, wobei vor allem elementare Erfahrungen wie Geburt, Ehe, Mutterschaft, Trennung und der Tod in der Seele der Menschen eine archetypische Verankerung besitzen Sie haben zu allen Zeiten und in den unterschiedlichsten Kulturen ähnliche Bilder hervorgebracht und können als kollektive Menschheitserfahrungen gelten. Carl Gustav Jung gelangte zur Entdeckung der Archetypen, nachdem ihm die Ähnlichkeit vieler Bildmotive in Mythen, Träumen und Phantasien Geisteskranker aufgefallen waren. Jung begann, Träume von Kindern und kulturhistorisch nicht gebildeten Patienten genauer zu betrachten und fand Parallelen zu Sagen- und Märchenmotiven. Nach einem intensiven Studium der Mythen verschiedener Völker erhärtete sich seine Vermutung, dass deren ähnliche Motive kaum durch Berührungen entstanden waren, sondern durch generelle, im kollektiven Unbewussten verankerte Prädispositionen. Von Schneewittchen bis Aschenbrödel, also Märchen und Sagen, aber auch erfolgreiche Filme oder Bücher wie Harry Potter, machen Archetypen in den Menschen lebendig. (Stangl, 2018).

Verwendete Literatur
Stangl, W. (2018). Stichwort: '
Archetypen'. Online Lexikon für Psychologie und Pädagogik.
WWW: 
http://lexikon.stangl.eu/151/archetypen/ (2018-06-04)