Wie könnte man sich erklären...                                  TRÄUME

 

Man sollte vorsichtig sein mit der Interpretation von Träumen – sie sind sehr vieldeutig. Und so kann man leicht auf einen falschen Weg kommen.

 

Im Traum zeigt sich das Gehirn uns, wie es – unreguliert durch die Mittelpunkt-Mechanik in sich selbst wirkt.

 

Träume sind deswegen so unverständlich, weil die Ziele im Gehirn dann eingeschränkt sind. Diese zeigen uns eine Welt, in der das Stirnhirn funktionell außer Kraft gesetzt ist, wie viele andere Funktionen, die im Wachsein wichtig sind. Und diese eingeschränkte Welt erleben wir mit unserem Bewusstsein.

 

Daher kann es die bizarrsten Geschichten und Bilder zeigen, die wir als absolute Realität nehmen bis wir wieder im Wachzustand sind. Dann erscheint uns das, was man geträumt hat, fremd und unreal. Deshalb, weil jetzt alle Ziele in einem wieder funktionieren.

Das Gehirn zeigt uns also zwei verschiedene Welten.

 

Da im Schlaf bestimmte (Kontroll)funktionen außer Kraft gesetzt sind, können Themen aufsteigen, die im Wachsein nicht wahrgenommen werden. Hier können auch Ziele agieren, für die sonst kein Platz ist. Es gibt unzählige Ziele im SELBST, die dann mitspielen könnten.

 

Dadurch hätte man u. U. die Möglichkeit, sich selbst besser kennen zu

lernen: Man könnte versuchen, unbekannte Ziele in sich zu erkennen, die Anteil an dem Traumgeschehen hatten, dass man erinnert.

 

 

Warum sind die Menschen früher nicht auf die Idee gekommen, dass die Träume ausschließlich von ihrem Gehirn produziert werden, und nicht von metaphysischen Aktivitäten?

Antwort: Weil sie nicht wussten, wie das Gehirn agiert und sie ausschließlich hiervon produziert werden.

 

Es ist immer so: Wenn einem etwas nicht klar ist, dann kommen Interpretationen, Deutungen, Fantasien ins Spiel. Diese füllen das „Wissens-Loch“ aus. Und so haben die Menschen den Ursprung ihrer Träume oft im Außen gesucht, etwa von Gott gegebene oder sonstige mystische Anweisungen.

 

 

Und noch mal den Hinweis: das Gehirn arbeitet im Schlaf- und Wachzustand gleich. Aber bestimmte Areale, wie das Stirnhirn oder Neuronenverbindungen sind im Schlaf mehr oder weniger eingeschränkt.

 

(Das können kreative Menschen bestätigen, denen plötzlich im Wachsein etwas einfällt, nach dem sie eventuell schon lange gesucht hatten. Plötzlich ist die Lösung da – ohne, dass man an sie gedacht hatte und ohne eine davor erkannte Ähnlichkeit mit der gesuchten Lösung.)

 

Doch weiter: Die Unterschiede erzeugen im Wachsein u.a. die Mittelpunkte – diese sind im Schlaf so gut wie abgeschaltet. Und ebenso die Muskulatur: https://www.wissenschaft.de/umwelt-natur/warum-die-muskeln-im-schlaf-ruhe-geben/.

 

Entsprechend kann man nicht, wie im Wachsein, agieren. Dies zeigt sich auch an gemessenen elektrischen Aktivitäten des Gehirns.

 

 

 

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