Die 11 Grundlagen des Menschen      

MITTELPUNKT-MECHANIK (FUNKTION UND ERKLÄRUNG)

 

 

 

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 Der Schlüssel zur Psyche

 

Mittelpunkte sind Neuronennetze, die von Zielen generiert wurden und diese dann repräsentieren und ausführen.

 

Aktiviert werden sie durch Reize, die eine bestimmte Schwelle überschritten haben.

 

Andere Mittelpunkte (Neuronennetze), die nicht dazu passen, werden während dieses Prozesses vom Gehirn automatisch im Wert gemindert, bzw. ausgeschaltet.

 

Dies wird in aller Regel von dem Menschen nicht wahrgenommen.

 

Er erkennt nur das, was die Mittelpunkte im Gehirn ihm zeigen.

 

Während alles im Universum von Zielen gestaltet wird, denen die Folgen ihrer jeweiligen Struktur 'egal' sind, kommt bei Lebewesen das Ziel der Erhaltung hinzu.

 

Dieses erfolgt im Gehirn[2] durch Netze aus Neuronen und Synapsen, die ich "Mittelpunkte" nenne. Je nach Art und Individuum werden die Lebewesen von ihnen gestaltet.

 

Mittelpunkte entstehen also durch Ziele und sind deren Werkzeug.

 

Neuronennetze verbinden Areale des Gehirns, wie: Stirnhirn, Hirnrinde, Kleinhirn, Limbisches System, Amygdala, Sprachzentrum, Sehrinde, Hörzentrum, Geschmackszentrum, usw., greifen auf Gedächnisinhalte und alles, was dazu passt, zurück

 

Mittelpunkte agieren in der Form, dass sie alles zulassen, was dazu beitragen könnte, ihre Strukturdas Ziel zu erreichen bzw. zu erhalten, und alles andere möglichst unberücksichtigt lassen.

 

Sie bewerten also. Werte bewegen die Lebewesen.

 

Im Allgemeinen spielen die Mittelpunkte miteinander das Konzert des Lebens, es laufen viele Prozesse gleichzeitig ab. Im Extremfall kann aber ein Mittelpunkt alle anderen stark herabsetzen, sodass nur dieser den Menschen gestaltet, etwa in Phasen der Panik, der Ekstase oder wenn man dabei ist, Höchstleistungen zu vollbringen.

 

Aber auch in dem Spektrum zwischen Normal und Extrem agieren alle Mittelpunkte so, dass sie andere im Wert einschränken oder verstärken. Dies nenne ich die Mittelpunkt-Mechanik.

 

Wem die Mittelpunkt-Mechanik klar wird, begreift auch viel von der Funktionsweise seiner eigenen Psyche.

 

Anderen Menschen die Mittelpunkt-Mechanik klarzumachen, ist auch deshalb so schwierig, weil sie immer in irgendwelchen Zielen sind, ohne dies richtig wahrzunehmen. Sie schauen nicht auf ihre psychischen Abläufe.

 

Was noch weniger wahrgenommen wird ist, dass durch das jeweilige Ziel vieles keine Rolle mehr spielt.

 

Man müsste vielleicht schon mal die Erfahrung gemacht haben, dass sich die Welt in Bruchteilen von Sekunden ändern kann, um dies zu begreifen.

 

Den Terminus „Mittelpunkt-Mechanik“ (englisch: midpoint-mechanics) habe ich geprägt, um nicht immer Neuronennetz-Gesetzmäßigkeit zu gebrauchen. Er stellt einprägsamer klar, dass ein Neuronennetz andere mechanisch im Wert herabsetzt oder verstärkt, je nachdem ob sie für den aktuellen Mittelpunkt unpassend oder passend sind.

 

Und noch ein Hinweis: die meisten Erklärung über die Funktionsweise des Gehirns laufen darauf hinaus, dass bestimmte Areale aktiviert werden und auf Reize reagieren.

 

Aber niemals reagiert nur ein Areal, sondern es wird immer ein Neuronennetz von den Reizen aktiviert, das über Synapsen mit anderen

verbunden ist.

 

Vielleicht helfen zum besseren Verständnis die Begriffe „selektive Aufmerksamkeit“ und „flow“. Bei dem ersten werden von vielen Informationen nur bestimmte wahrgenommen, die zu einem Ziel passen. Bei dem zweiten ist man in einem Fließen, das nur von einem Ziel bestimmt wird und nichts anderes zulässt, also von nichts gestört wird.

 

Beides gilt auch für die Mittelpunkt-Mechanik. Hier kommt aber noch der Hinweis auf die strenge Gesetzmäßigkeit hinzu, mit der die Wahrnehmung eingeschränkt wird. D.h., dass nur das vom Gehirn wahrgenommen wird, was für das jeweilige Ziel, oder die Ziele, wesentlich ist. Alles andere wird absolut nicht bemerkt und ist quasi nicht vorhanden. Es wird also weder irgendetwas negativ bewertet noch verdrängt (dementsprechend werden davon auch keine Reaktionen ausgelöst). So wird der Ablauf durch nichts gestört; man lebt nur noch in der Welt des jeweiligen Zieles.

 

 

Ohne die Mittelpunkt-Mechanik würde das Gehirn ins Chaos stürzen, weil keine Ziele mehr dauerhaft verfolgt werden könnten.

 

Es ist relativ selten, dass nur ein Mittelpunkt den Menschen gestaltet. In der Regel finden viele Prozesse gleichzeitig statt, die alle nach der Mittelpunkt-Mechanik ablaufen und je nach Wertigkeit für andere Ziele mehr oder weniger wichtig sind. Dadurch bilden sich zum Beispiel bestimmte Cluster, die gemeinsam Prozesse ausführen.

 

 

Mittelpunkte entstehen also durch Ziele, die Neuronennetze im Gehirn kreieren, die u.a. Handlungen initiieren, Gefühle erzeugen.

 

Wenn Mittelpunkte aktiviert sind, werden andere Neuronennetze, die dazu nicht passen, wie gesagt, schwächer oder nicht mehr wahrgenommen.

 

Sie werden während dieser Zeit in der Psyche kaum bzw. nicht berücksichtigt.

 

In einem Satz: Je stärker das Gehirn ein Ziel verfolgt, umso weniger werden andere Ziele, die nichts dazu beitragen können, wahrgenommen, bzw. können wirken.

 

In diesem Zusammenhang interessant ist vielleicht auch das mit vielen Menschen durchgeführte Experiment mit einem Video von 75 Sekunden Dauer, das die Wissenschaftler Simons und Chabris durchgeführt haben und es ‚Gorillas in unserer Mitte‘ nennen:

 

Der Film zeigt zwei Teams mit je drei Spielern, eins trägt weiße, das andere schwarze T-Shirts. Die Mitglieder jedes Teams spielen sich einen normalen orangefarbenen Basketball durch Werfen oder Dribbeln zu. Nach 44 bis 48 Sekunden ereignet sich etwas Unerwartetes: Eine kleinere Person, die vollständig in ein Gorillakostüm gehüllt ist, läuft auf die gleiche Weise wie die Spieler durchs Bild. Während dieser unerwarteten Ereignisse setzen die Basketballspieler ihre Aktionen unbeirrt fort.

Bevor die Versuchspersonen ein Video sehen, erhalten sie die Aufgabe, sich entweder auf das Team in Weiß oder das in Schwarz zu konzentrieren und sämtliche Ballwechsel des beobachteten Teams im Kopf mitzuzählen bzw. die geworfenen und die gedribbelten Ballwechsel getrennt zu zählen. Nachdem die Versuchspersonen das Video gesehen und ihren Beobachtungsauftrag erfüllt haben, werden sie gebeten, ihre Zahlen niederzuschreiben. Anschließend fragt man sie, ob ihnen (a) während des Zählens etwas Ungewöhnliches aufgefallen sei, (b) ob sie noch etwas anderes als die sechs Spieler bemerkt hätten, ob jemand anders im Video aufgetreten sei, schließlich:

 

Hast du einen Gorilla durch das Bild gehen sehen?

 

Ungefähr die Hälfte der Versuchspersonen bemerkte den Gorilla nicht.

 

Mein Kommentar dazu: die vorgegebenen Ziele (die Mittelpunkte) haben alles andere (den Gorilla) nicht wahrnehmen lassen.

 

Anhand dieses Experimentes kann man deutlich sehen, wie ein Mittelpunkt – hier die Aufgabe – wirkt.

 

Und noch eine Anmerkung: Zauberer und Hypnotiseure arbeiten durchweg mit der Mittelpunkt-Mechanik.

 

 

 

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Am Konnektom kann man sehen, wie Ziele und Mittelpunkte im Gehirn gebildet werden und arbeiten:

 

Wikipedia

Als Konnektom (englisch connectome) bezeichnet man die Gesamtheit der Verbindungen im Nervensystem eines Lebewesens. Seinem Studium auf verschiedenen Skalen widmet sich die Konnektomik (englisch connectomics), ein Teilgebiet der Neurowissenschaften.

Da die Verbindungen einer Nervenzelle bei der Bestimmung ihrer Funktion eine zentrale Rolle spielen, ist ihre Untersuchung ein traditioneller Gegenstand biologischer Forschung. Das Begriffspaar „Konnektom“ und „Konnektomik“ gibt es jedoch erst seit 2005.

 

 

 

 

Schnellere Rekonstruktion des Konnektoms

Wissenschaftler beschleunigen Analyse von Nervenverbindungen um mehr als das Zehnfache

24. SEPTEMBER 2015

Die Verbindungen zwischen den Nervenzellen im Gehirn zu entschlüsseln ist ein immenses wissenschaftliches Unterfangen, Konnektomik genannt. Dabei ist die wesentliche Herausforderung die Analyse der durch Elektronmikroskope erfassten Bilddaten. Ein Team der Connectomics-Abteilung am Frankfurter Max-Planck-Institut für Hirnforschung hat jetzt ein Verfahren namens SegEM entwickelt, mit dem die Analyse von Konnektomen um das mehr als Zehnfache beschleunigt wird.

Die Konnektomik ist ein relativ neues Forschungsgebiet, in dem Forscher die neuronalen Verbindungen in Teilen des Gehirns möglichst komplett rekonstruieren wollen. Das beinhaltet nicht nur die Rekonstruktion der anatomischen Struktur der Nervenzellen, sondern auch der Verbindungen zwischen den Neuronen, der Synapsen. Da ein einzelnes Neuron mit bis zu tausenden anderen Neuronen kommuniziert, und die Nervenzellen extrem dicht gepackt sind, ist dies ein schwieriges und extrem zeitaufwändiges Unterfangen. Im Vergleich zu den elektronenmikroskopischen Messungen, die bereits tausende Stunden beanspruchen, braucht die Analyse- und Rekonstruktionsphase über drei Größenordnungen länger. Um diese Phase überhaupt in absehbarer Zeit zu ermöglichen, werden zwei Analysestrategien gleichzeitig verfolgt. Die erste Strategie ist es, die eingesetzte Analyseleistung zu erhöhen. Die zweite ist die Entwicklung neuer Algorithmen, die Gehirngewebsdaten effizienter analysieren können.

Die Forscher der Abteilung Connectomics am Frankfurter Max-Planck-Institut arbeiten bereits daran, die Anzahl der Menschen zu erhöhen, die an der Datenanalyse mitarbeiten. Hierzu entwickeln sie online-Plattformen, auf denen auch nichtwissenschaftliches Personal (wie beispielsweise Hunderte von Studenten) bei der Analyse der Verbindungen zwischen den Neuronen mithelfen kann. Zudem entwickelten die Forscher das Spiel Brainflight, um beliebig vielen Menschen zu ermöglichen, an der Datenanalyse fürs Konnektom der Großhirnrinde teilzunehmen.

Nun haben sie sich mit der zweiten Strategie befasst und versucht, den Beitrag der Computeranalyse effizienter zu machen. Aufgrund der komplexen Struktur und der Vielzahl von Verbindungen in einem Teil der Großhirnrinde, würde eine manuelle Analyse für ein erstes Konnektom von Teilen der Großhirnrinde Millionen von Arbeitsstunden beanspruchen und Investitionen von vielen Millionen Euro. Manuel Berning, Kevin Boergens und Moritz Helmstaedter haben nun einen Weg gefunden, um den Schritt zur Klassifizierung der elektronenmikroskopischen Bilder automatisch zu beschleunigen. „Durch die Verwendung von Maschinen-Lern-Algorithmen für unsere SegEM-Methode sind wir in der Lage das Gehirngewebe, in dem alle Synapsen angefärbt sind, automatisch dreidimensional zu analysieren“, erklärt Berning.

Die SegEM-Methode verringert den benötigten Arbeitseinsatz um mehr als das 10-Fache im Vergleich zu den vorhandenen Analysemethoden. Die Forscher haben ihre Methoden an Daten der Netzhaut und der Großhirnrinde der Maus getestet. „Wir waren erstaunt, dass der neue Algorithmus so gut für verschiedene Typen von Nervenzellgewebe funktioniert. Diese Analyse-Beschleunigung ist ein echter Durchbruch, so können jetzt in vielen neurowissenschaftlichen Laboren weltweit Konnektom-analysen zu einer Standard-Technik werden“, so Helmstaedter.


 

 

 

                                                                     

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