Wie könnte man sich erklären...                                         WAS IMMANUEL KANT GESCHRIEBEN HAT

 

Immanuel Kant lebte von 1724-1804. Moderne Hirnforschung des 20. und 21. Jahrhunderts waren ihm natürlich - wie viele Forschungsergebnisse aus anderen Wissenschaften (etwa der Physik) - nicht bekannt.

Hätte er diese gewusst, so wären seine Aussagen, Thesen, Kommentare, Überlegungen usw. eventuell anders ausgefallen.

Aus dieser Sicht sollte man seine Schriften (ebenso wie die vieler anderer Philosophen vor dem 20. Jahrhundert, insbesondere derer, die im Altertum lebten) betrachten.

 

> Für Kant war der Weg des Verstandes und der Vernunft der zentrale Punkt im Menschen, mit dem sich dieser selbst gestaltet. Das Denken war bei ihm der Dreh- und Angelpunkt seiner Philosophie. Hinzu kam in der kritischen Periode die Anschauung. Hiermit wird von ihm auf den sinnlich-rezeptiven Anteil an der Erkenntnis Bezug genommen.

Allerdings war ihm wohl kaum bekannt, welche Rolle das Gehirn für den Menschen spielt.

 

Den Menschen kann man aber nur verstehen, wenn man weiß, wie sein zentrales Organ, das Gehirn, arbeitet.

Denn gestaltet wird der Mensch von seinem Gehirn, das nicht nur die Mittelpunkte: Verstand und Vernunft beinhaltet, sondern diverse andere auch, wie Kreativität, Gefühle usw.

 

Darüber hinaus war ihm nicht bekannt (wenn man seine Schriften durchsieht), dass alles aus Substanzen besteht, die nach Gesetzen ablaufen, die sie in sich haben.

 

Wer Kant bezüglich der Vernunft und seines Begriffes der Anschauung folgen möchte, dem sei das Buch von dem Nobelpreisträger Daniel Kahneman: „Schnelles Denken, langsames Denken“, empfohlen. Hier wird deutlich, dass der Mensch eben nicht das rationale Wesen ist, für das er allgemein gehalten wird, sondern dass er Mustern folgt, nach denen das Gehirn Einstellungen (Anker) usw. generiert, die uns u.a. Handeln und "Erkennen" lassen.

 

> Kant glaubte an den freien Willen, der heutzutage immer mehr in Zweifel gezogen wird. Weil er nicht zu beweisen ist, und die Ergebnisse der Hirnforschung das Gegenteil von "frei" zeigen.

 

Es ist keine Frage, dass es den Willen gibt. Aber es ist eigentlich auch keine Frage mehr, dass dieser nicht frei ist. „Frei“ im Sinne von „losgelöst von allen Substanzen“.

Denn der Wille kann diese und deren Gesetzmäßigkeiten nicht einfach ignorieren (versucht er das – dann scheiterte er mit seinen Zielen).

 

> Eine Definition der (Natur) Gesetze fehlt bei Kant.

 

Diese lautet: Identische Substanzen unter identischen Umständen ergeben immer identische Resultate. Oder etwas weniger exakt ausgedrückt: Die gleichen Dinge unter den gleichen Umständen ergeben immer das Gleiche.

 

> Das Ding an sich.

Der Mensch nimmt die Welt aufgrund seiner physischen Struktur auf. Die Welt wird durch die in ihm liegenden Ziele (in erste Linie des Überlebens) und deren Mittelpunkte gestaltet.

Einmal als Sinneserfahrung und dann als das „Ding an sich“ das von dem (menschlichen) Gehirn in allen Facetten interpretiert werden kann, letztlich aber aus Substanzen besteht.

Ein Ding an sich, das unwandelbar aus jeder Perspektive gleich wäre, oder eigentlich, ursprünglich, unveränderlich ist, gibt es nicht. Weil die Welt, die Substanzen im Universum in einem ständigen Wandel sind.

Was es gibt – und von hier kommt die Idee an das Ding an sich –  sind die Ziele aus den Urstrukturen im Menschen.  

 

Die „Vier Kanttischen Fragen“ möchte ich in dieser – profanen – Form beantworten:

 

1. Was kann ich wissen?

Alles läuft nach Substanzen und Gesetzen ab.

2. Was soll ich tun?

Möglichst ausgeglichen leben.

3. Was darf ich hoffen?

Gesund zu bleiben.

4. Was ist der Mensch?

Ein Teil des Universums, wie alles andere auch. Er ist ein Wesen, das organisch nach seinen Zielen abläuft. Das zentrale Ziel ist zu überleben und Nachkommen zu erzeugen.

 

Seinen berühmten Satz: "Habe den Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen", könnte man in einer Demokratie (weil man, in aller Regel, nur hier seine Gedanken frei äußern und weitgehend handeln kann) so umformulieren: Schau dir kritisch an, was die Obrigkeit sagt – und handle entsprechend.

 

 

 

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