Wie könnte man sich erklären...                                         WAS DAS GEHIRN IST

 

 

Das Gehirn interpretiert alle Informationen und trifft alle Entscheidungen nach den in ihm befindlichen Zielen

 

Das Gehirn ist ein Interpretator: Es deutet die Welt und die Ereignisse so, dass es zu seinen Zielen[1] passt. Es hat die Aufgabe, Wahrnehmungen[2] und Empfindungen[3] (also Informationen) nach den in ihm liegenden Zielen auszulegen und entsprechende Einstellungen und Handlungsanweisungen zu generieren.

Dazu gehört auch das Antizipieren von Alternativen, und u.a. das Bewusstsein zu fragen, was die jeweilige Problemlösung für Folgen haben könnte (damit es diese erlebt und dem Gehirn Informationen gibt) – es sei denn, es „kennt“ schon durch Ähnlichkeiten, die es gespeichert hat, die Folgen.

 

Das Gehirn bildet also die Welt nicht einfach ab, sondern formt sie – nach seinen Zielen. Dies besorgen die Neuronennetzwerke (Mittelpunkte).

 



[1] Die 11 Grundlagen des Menschen / Ziele

[2] Die 11 Grundlagen des Menschen / Wahrnehmung

[3] Die 11 Grundlagen des Menschen / Gefühlsempfindungen

Die jeweiligen Reverenzen finden Sie in dem Buch:

„Hermsch - Das sollten Sie wissen: Die 11 Grundlagen des Menschen.“

 

 

Alle Entscheidungen für den jeweiligen Menschen werden vom Gehirn im Kopf, dem autonomen Nervensystem (plus dem somatischen Nervensystem) und dem Bauchgehirn (enterisches Nervensystem) getroffen.

 

Zwischen diesen findet ein ständiger Informationsaustausch mittels Neuronennetzen statt.

 

Wer schon einmal in einer Forschungseinrichtung war, in dem das dauernde Feuern der Neuronen hörbar gemacht wird, bekommt einen Eindruck von den sich im Gehirn abspielenden unzähligen Prozessen.

 

Das allgemeine Strickmuster des Gehirns ist die Ähnlichkeit; kommt ein Impuls, eine Frage oder Anforderung usw. auf, dann sucht es zunächst nach etwas, was dem gleichkommt.

 

Das Gehirn unterliegt physikalischen und chemischen Gesetzen. Es läuft, wie gesagt, nach Ähnlichkeiten, Themen und Zielen mit deren Mittelpunkten ab, die es steuern, und besteht aus diversen Arealen. Z.B. Amygdala, Hippocampus, Hypothalamus, Kleinhirn.

 

Wichtig ist zu wissen, dass diese Areale niemals separat für sich arbeiten, sondern immer über Neuronennetzwerke mit anderen.

Diese wiederrum haben Verbindungen zu vielen anderen Netzwerken, sodass letztlich das gesamte Gehirn im Kopf, das autonomen Nervensystem (plus dem somatischen Nervensystem) und das Bauchgehirn (enterisches Nervensystem) miteinander verschaltet sind.

 

Alle Netzwerke entstanden durch Ziele. Die hier jeweils befindlichen Neuronen sind nicht nur an diese gebunden, sondern können, via Synapsen auch für andere genutzt werden.

Netzwerke werden jeweils besonders aktiviert durch wesentliche Informationen der Aufmerksamkeit.

Besondere Wertigkeit haben die Gefühle, die immer parallel mit den jeweiligen Netzwerken aktiviert werden. Sie sind besonders geeignet, den Menschen zu steuern. Diese Steuerung erfolgt durch die jeweiligen Ähnlichkeiten im Gehirn, die nur bedingt neue Informationen einschließen.

 

Wie alles, läuft also auch das Gehirn nach Substanzen ab, die von Gesetzen gesteuert werden

 

Auch die Ziele des ICH befinden sich im Gehirn. Das ICH besteht aus einer relativ kleinen Menge an Zielen, die aber – bezüglich deren Werte – einen wesentlichen Teil des Gehirns darstellen. Es kann, mit seinem Willen, und mittels der Information der Wahrnehmung, Ziele verstärken oder schwächen, also über die Mittelpunkt-Mechanik des Willensziels andere Ziele im Gehirn beeinflussen.

 

Allerdings: Wenn man etwas will, dann kann zwar ein Ziel generiert werden – aber ob dies wirkt, entscheidet die Psyche; also die dann jeweils aktivierten Mittelpunkte im Gehirn mit.

 

 

Man erlebt sich nicht als jemand vom Gehirn gesteuertes Wesen; weil man dessen Prozesse, bis auf die Entscheidungen, nicht wahrnimmt; wegen der Vielfalt nicht wahrnehmen kann. Daher hat man den Eindruck, dass man selbst entscheidet, mit seinem freien Willen, seinem Bewusstsein.

 

Nicht zuletzt deshalb herrscht im Allgemeinen die Ansicht vor, dass der Mensch sich mit seinem Bewusstsein selbst steuert und das Gehirn nur ein Hilfsmittel ist

 

Wir erleben also nicht unser Gehirn, sondern das, was unsere Sinne uns, via das Gehirn, vermitteln.

 

Menschen sehen, empfinden das Resultat ihres Denkens, ihres Handelns und meinen, dies hätten sie gemacht (etwa aus ihrem freien Willen oder mit ihrem Bewusstsein).

 

Sie irren! Dies hat ihr Gehirn gemacht.

 

Denn schaut man genauer hin, dann erfährt man, dass man nicht etwas vom seinem Gehirn Getrenntes ist, das von außen auf das Gehirn blickt, sondern dass man darin integriert ist.

 

Wenn man sich beobachtet, dann beobachtet das Ziel des Beobachtens, das sich als Mittelpunkt im Gehirn gebildet hat, das Gehirn.

 

 

Ich möchte besonders darauf hinweisen, dass insbesondere das Bewusstsein nicht den Menschen steuert. Dies wird einem klar, wenn man sich das Bewusstsein, dass lediglich ein Informationslieferant für das Gehirn ist (damit dies seine Entscheidungen besser treffen kann), einmal genauer ansieht.

 

Es kann jemandem nur etwas aus seinem Gehirn einfallen. Auch wenn einem irgendetwas aus der Umwelt einfällt, liegt es immer am Gehirn, das entscheidet, welchen Wert es eventuell hat, um berücksichtigt zu werden.

 

 

Jemand fragte mal, ob man denn ein Sklave seines Gehirns sei.

 

Meine Antwort: Das Gehirn ist nichts Fremdes, vom ICH abgetrenntes - wie es in der Frage mitklang.

 

Das ICH befindet sich mit seinen Zielen im Gehirn und spielt mit vielen anderen seine Rolle wie ich schon sagte.

 

Ohne das Gehirn ist man nichts. Mit dem Gehirn ist man alles das, was man täglich fühlt, denkt, erlebt usw. Hier befinden sich eben auch alle Ziele, die das ICH erreichen will.

 

Und dieser Wille des ICH kann mit seinen Mittelpunkten über deren Mechanik, bei entsprechender Übung und günstiger Psyche mehr oder weniger das Gehirn in entsprechende Strukturen bringen.

 

Von einer Sklaverei könnte man hier nur sprechen, wenn man einen schwachen Willen hat, oder ein starkes (Willens)Ziel andere (gesunde) Ziele unterdrückt.

 

Alles, was man wahrnimmt, erkennt, aufnimmt, denkt, was einem einfällt, usw., kann Ziele formen, die andere verstärken oder neue generieren. Jedes neue Ziel erzeugt oder verstärkt Synapsen, Neuronennetzwerke, die dann daran arbeiten, dieses Ziel zu erreichen. Sobald sich ein Ziel gebildet hat, kann dies in der Psyche eine Rolle spielen.

 

Ständig lernt das Gehirn hinzu – über die Verstärkung oder Neubildung der Synapsen.

 

Deswegen ist es so wichtig, im Gehirn flexibel zu bleiben (dies ist natürlich auch ein Ziel).

 

 

 

Wenn ein Ziel aktiviert wird, etwa wenn man ein Glas ergreifen will, dann agiert ein gelerntes Cluster, das aus Neuronennetzwerken besteht. Dies umfasst diverse Areale im Gehirn, um diese Aufgabe zu erfüllen: Es wird die Entfernung zum Glas abgeschätzt, der Umfang, das Gewicht, welche Muskeln und deren Stärke benötigt werden, um es hochzuheben usw. Dies ist eine Arbeit des Gehirns, die uns selbstverständlich erscheint und in der Regel ohne bewusste Wahrnehmung erfolgt.

 

 

 

 

Wenn man zwei Menschen beobachtet, die sich lebhaft unterhalten: wie sie sprechen, ihre Körpersprache, den Gesichtsausdruck, das Verändern der Augen usw., dann muss man schon staunen, was das Gehirn (und nur dieses verursacht es) alles kann und macht. Das dies alles von Mittelpunkten kommt, die mehr oder weniger mit- und aufeinander abgestimmt sind. Das Bewusstsein (besser: die Wahrnehmung) sendet lediglich Informationen an das Gehirn, das diese dann im Verhalten einbindet. In aller Regel werden automatische, gelernte Verhaltensweisen verwendet.

 

 

 

 

© Es ist zulässig, diesen Inhalt unter der Bedingung, meine Website www.karlheinzhermsch.de zu nennen, und ohne die Texte zu verändern z.B. zu kürzen, uneingeschränkt zu nutzen oder zu vervielfältigen. (Nachfragen über Ausnahmen bitte über mein Impressum.)