Wie könnte man sich erklären...                                         BZW. KLARMACHEN, DASS DIE FLEXIBILITÄT DES GEHIRNS SO WICHTIG IST

 

Die Flexibilität des Gehirns ist das, was man „Geist“ nennt.

 

Sie erzeugt das Verstehen, die Kreativität und ist wichtig für das Lernen.  Je starrer das Gehirn ist, umso mehr reagiert man wie ein Automat. Neues wird in eine alte Schublade gesteckt; und man läuft weiter nach diesem Mittelpunkt ab, ohne es einzubeziehen. Dies wäre aber wichtig, um frische Ziele zu generieren, zum Beispiel neue Lösungen für ein Problem zu erschaffen oder mit der Welt und sich selbst besser, angemessener umgehen zu können und weitere Einsichten zu gewinnen.

Je starrer also das Gehirn ist, umso weniger fällt einem ein und man reagiert – beschränkt durch einen Mittelpunkt – oft unangemessen und spontan.

Flexibilität bedeutet, dass man schnelle Bewertungen nicht immer so hinnimmt, sondern sich diese, wenn sie für einen wichtig sind, genauer anschaut.

D.h., man sollte öfter zweimal hingucken, damit sich das Bewusstsein (besser: die Wahrnehmung) aktiviert und Informationen an das Gehirn sendet, mit dem Ziel, dass sich Synapsen, (die ja für das Lernen zuständig sind), gegebenenfalls modifizieren können.

http://www.gehirnlernen.de/gehirn/plastizit%C3%A4t/

Wenn man also ein Ziel bildet, dass das hier Vorstehende berücksichtigt, kann man flexibler werden, d.h. andere Mittelpunkte, Erfahrungen, Ähnlichkeiten mit einbeziehen.

 

Je mehr das Bewusstsein aktiviert ist, umso besser kann man die Welt und sich selbst erkennen und dem Gehirn die Möglichkeit geben, zu lernen – neue Ziele bzw. Mittelpunkte zu bilden.

 

Je schneller sich Mittelpunkte verändern können, d.h. je besser sie lernen und Wechselbeziehungen mit anderen Mittelpunkten eingehen, umso anpassungsfähiger, flexibler ist das Gehirn bezüglich des Erreichens von Zielen.

 

Die Flexibilität ist abhängig von der Anlage, des im Laufe des Lebens Gelernten und des momentanen Zustandes des Menschen.

 

Noch eine Bemerkung zum "Geist": Einen Geist, im Sinne eines immateriellen Wesens, den unsere Vorfahren innerlich empfunden und dann nach außen projiziert hatten, weil die Funktionsweisen des Gehirns – auch bezüglich der Mittelpunkt-Mechanik – ihnen völlig unbekannt waren, gibt es lediglich in den Menschen. Alles andere sind Projektionen, die in der Realität keinerlei Substanz haben.

 

Die Geister in einem Selbst sind die Mittelpunkte. Sie können entstehen und vergehen, im jeweiligen Kontext in einer gewissen Wertigkeit mehr oder weniger mitspielen und gestalten den Menschen.

 

Mittelpunkte haben die Fähigkeit, dem Menschen plötzlich eine Welt zu zeigen, die von der Gewohnten völlig verschieden ist. Ein gutes Beispiel ist die Liebe.

 

 

Fazit: Flexibel im Gehirn zu sein heißt: lernen.

 

 

 

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Eine Studie, veröffentlicht von: Deutsche Gesellschaft für Neurologie e.V.

 

Wie aktuelle Studien darlegen, bleibt im Denkorgan das Potenzial für strukturelle Veränderungen ein Leben lang erhalten

09. September 2008 – Wenn der Mensch lernt, verändert sich sein Gehirn strukturell. Dies gilt nicht nur für Kinder und Jugendliche, wie bislang angenommen, sondern auch für Erwachsene und sogar Senioren – was eine Studie erstmals gezeigt hat. Bei älteren Menschen, die jonglieren lernten, vergrößerte sich schon nach kurzer Zeit die graue Substanz.

Im Jahr 2004 konnten Wissenschaftler erstmals nachweisen, dass das menschliche Gehirn auch nach Abschluss des Reifungsprozesses (also ab etwa 20 Jahren) noch die grundsätzliche Fähigkeit zur strukturellen Plastizität besitzt. Das heißt, es wächst in bestimmten Regionen, wenn eine neue Aufgabe erlernt wird (Draganski, 2004; Draganski, 2006). Inzwischen ist bekannt, dass diese Veränderungen schon nach einer Woche nachweisbar sind (Driemeyer, 2008). Unbekannt war bisher allerdings, ob diese Fähigkeit ein Leben lang anhält.

Jongleure im Hirnscanner

Um dieser Frage nachzugehen, bat eine Forschergruppe 44 Probanden (24 Frauen und 20 Männer) zwischen 50 und 67 Jahren, das Jonglieren zu erlernen. Die Versuchsteilnehmer wurden vor und nach dem dreimonatigen Training sowie nach einer dreimonatigen Trainingspause mit Hilfe der 3-Tesla-Kernspintomografie untersucht. Verglichen wurden diese Daten  mit den Hirnen von 25 untrainierten Personen (17 Frauen und acht Männern) zwischen 55 und 67 Jahren, die an denselben Tagen gescannt wurden.

Nach der Trainingsphase ließ sich bei den Jongleuren eine einseitige Vergrößerung der grauen Substanz im visuellen Assoziationscortex erkennen. Diese Gehirnregion ist darauf spezialisiert, Bewegung im Raum wahrzunehmen. Nach der dreimonatigen Trainingspause hatte sich die Erweiterung teilweise wieder zurückgebildet. Die Kontrollgruppe zeigte keinerlei Veränderungen in diesem Bereich (Boyke, 2008).

Ausschließlich bei den Jongleuren fanden die Forscher zudem eine Vergrößerung im Hippocampus, der Hirnregion, die für das Lernen wichtig ist. Darüber hinaus zeigten sich Vergrößerungen im Nucleus accumbens, der zum hirneigenen Belohnungssystem gehört. Vom Hippocampus weiß man, dass sich dort neue Nervenzellen bilden können.

Ältere Menschen sollten lernen, Neues zu meistern

Diese Ergebnisse zeigen erstmalig, dass die Veränderungen nicht nur auf das jugendliche Gehirn beschränkt sind, sondern dass sich die anatomische Struktur des erwachsenen Gehirns selbst im Alter noch signifikant verändern kann. „Gerade für ältere Menschen ist es daher wichtig, neue Herausforderungen zu meistern und Neues zu lernen“, erklärt Arne May, einer der Autoren der Studie.