Wie könnte man sich erklären…                                             DASS MENSCHEN GLAUBEN, WIR STEUERN UNS MIT EINEM GEIST-BEWUSSTSEIN, DAS SICH AUSSERHALB UNSERES GEHIRNS BEFINDET

 

 

Bewusstsein ist ausschließlich Wahrnehmung – nichts anderes.

 

Der Glaube (dass das Gefühl einem vermittelt), wir steuern uns mit einem Bewusstsein, dass sich außerhalb unseres Gehirns befindet, wird kaum hinterfragt, weil es wohl immer schon zur Weltanschauung gehörte.

 

Schaut man aber genauer hin, kann realisiert werden, dass das Gehirn und nicht ein "Geist-Bewusstsein“, dass sich außerhalb von diesem befindet, uns steuert.

 

(Für das normale, tägliche Leben ist es in der Regel unerheblich zu wissen, dass das Gehirn einen steuert: man agiert und reagiert auf das für einen wichtige Geschehen.

 

Interessant ist es aber für alle, die wissen wollen, warum man agiert und reagiert.)

 

 

Bewusstsein ist Wahrnehmung. Entweder die Normale, die mehr allgemein gehalten ist (etwa sich durch eine bekannte Umgebung zu bewegen) oder eine Aufmerksame, durch Verstärkung der Sinne (z.B., wenn man in einer unbekannten Gegend ist).

Das letztere ist intensive Wahrnehmung. Es ist abzugrenzen zu der normalen, diese nehmen wir meist nicht besonders wahr.

Entsprechend wenig wird uns hier bewusst, das meiste läuft automatisch ab.

 

Bewusstsein hat die Aufgabe, durch Erleben dem Gehirn Informationen über Wahrnehmungen und Gefühlserlebnisse zu geben. Damit werden gegebenenfalls neue Lernprozesse generiert, Korrekturen vorgenommen, Einstellungen geändert, Ziele aktiviert, usw.

Das Gehirn macht Vorschläge, antizipiert diese und nimmt Resultate vorweg – das Bewusstsein lebt diese und gibt die Informationen an das Gehirn zurück.

 

Das Gehirn zeigt uns, aufgrund seiner Ziele, die Welt – das Bewusstsein erlebt diese und sendet die Informationen, die es aus dieser Sicht aufnimmt, an das Gehirn.

 

Wenn uns aktuell etwas wichtig ist, Gefährliches, Ungewöhnliches oder Neues auftritt, Entscheidungen oder Aktivitäten der Mittelpunkte (also der Neuronennetze) eine gewisse Schwelle im Gehirn überschreiten, verstärkt es unsere Sinne. Dadurch nimmt man die Außen- und Innenwelt intensiver, bewusst wahr. Man erlebt sie eindringlicher.

Die verstärkten Sinne, also die bewusste Wahrnehmung, senden dann die aufgenommenen Informationen an das Gehirn – besonders an die davon betroffenen Mittelpunkte, die (größtenteils mit ihren Gefühlen) eventuell eine Änderung der Bewertung und Einstellung vornehmen. Dies Ergebnis wird wieder wahrgenommen, usw.

 

Entscheidet man sich letztlich gegen sein Gefühl, dann kann man ein schlechtes Bauchgefühl bekommen. (Dies erfolgt aufgrund ähnlicher Erfahrungen in der Vergangenheit - d.h., es belegt daher nicht mit unumstößlichen Fakten, dass die Entscheidung aus dieser Situation falsch ist).

 

  • Ein Bewusstsein (als Areal) wurde im Gehirn noch nie gefunden.
  • Die Ziele im Gehirn begrenzen – mit den Gesetzen der Mittelpunkt-Mechanik – die Möglichkeiten des Wahrnehmens. D.h. was die Sinne aufnehmen, in welchem Spektrum, entscheiden die Ziele und die jeweiligen Anlagen im Menschen (die ebenfalls Ziele sind). Das Bewusstsein (die verstärkte Wahrnehmung) ist also eingeschränkt in seinem Erkennen.

    (Dadurch können Menschen absolut blind sein gegenüber Fakten. – Es ist ihnen unmöglich, in Bereichen, die durch die Mittelpunkt-Mechanik ausgeschlossen werden, etwas bewusst wahrzunehmen.)

Wird das Gehirn aber über meist starke äußere oder innere Reize aktiviert, dann kann es durch entsprechende Ziele, die sich auch neu bilden können und das Bewusstsein weiter anregen, den Gesichtskreis erweitern.

  • Bevor wir glauben, eine Entscheidung gefällt zu haben, hat das Gehirn bereits Millisekunden vorher entschieden. Wir werden also nicht vom Bewusstsein, sondern von unseren Zielen mit deren Mittelpunkten gesteuert.
  • Das Bewusstsein ist kein Geist. Es ist ein Informationsträger. Die "Geister" sind die Mittelpunkte im Gehirn, die durch Ziele erzeugt werden. Sie können entstehen und vergehen, je nach der augenblicklichen Themenlage. Um ein Ziel zu erreichen, wirken in der Regel diverse Mittelpunkte mit, bzw. werden angereizt.

 

Wie könnte man sich aber erklären, dass Menschen trotz dieser Tatsachen immer noch glauben, ihr "Geist-Bewusstsein" entscheidet?

 

Antwort: Es liegt wohl an dem angenehmen Gefühl bezüglich des freien Willens, der die Illusionen der totalen Kontrolle über sich selbst nährt, und an den Glauben an Metaphysisches, zu dem besonders religiöse Aspekte gehören.

Da sie glauben, sie hätten einen freien Willen, können sie nicht glauben, dass sie nur von Zielen in sich selbst gelenkt werden und lediglich durch die Informationen der verstärkten Sinne, die das Bewusstsein an das Gehirn liefert, „Einfluss“ haben.

 

Und noch eine Frage: Wie ist es möglich, dass immer noch die meisten Menschen glauben, dass Bewusstsein eine geistige Tätigkeit ist (Geist im Sinne von metaphysisch)?

Antwort: Weil sie es so gelernt haben, weil sie sich das Bewusstsein nicht genauer angucken, weil sie nicht umdenken wollen.

Sie glauben an einen Geist, etwas, dass ihnen ihr Gefühl vorgaukelt.

Aber dies ist lediglich ein Gefühl, ohne den geringsten Beweis, dass es so einen metaphysischen Geist gibt.

Unterstützt wird dieser Glaube von vielen „Experten“, die ihn in früheren Zeiten gefestigt haben, und denen heute Fachleute, wie diverse Philosophen und Psychologen, an den Lippen hängen. Sie können das immaterielle Geistbewusstsein nicht beweisen, behaupten aber munter weiter, dass es sowas gibt.

 

Letztlich würden wir durch diese Definition des Bewusstseins -  es ist lediglich verstärkte Wahrnehmung - unsere Selbsterkenntnis stärken.

 

Ich kann aus eigener Erfahrung versichern: Das Erleben in allen seinen Facetten wird dadurch nicht eingeschränkt.

 

Das Bewusstsein (die verstärkte Wahrnehmung) steuert nicht, sondern gibt lediglich Informationen, sozusagen „Empfehlungen“ an das Gehirn; an deren Mittelpunkte. Diese entscheiden, verknüpft über Neuronennetze, wie und ob sie diese verwenden.

 

Sollten die Antworten, die das Gehirn gibt, nicht zufriedenstellend für andere Mittelpunkte sein, dann kann das Bewusstsein (die Wahrnehmung) dafür wieder aktiviert werden. Diese verstärkten Sinne liefern dann weitere Information an das Gehirn, damit es eventuell bessere Antworten findet.

 

Für die Selbsterkenntnis ist das Wissen, wie die Ziele bzw. Mittelpunkte mit dem Bewusstsein (der Wahrnehmung) korrelieren, von großem Wert. Weil das Gehirn – mit dem hierdurch gebildeten Ziel – einen realen Blick auf sich selbst bekommt.

Dadurch kann das Ziel der Reflexion verstärkt aktiviert werden, dass umso freier ist, je klarer einem wird, dass alles so geschehen musste, wie es geschah.

 

 

Hier noch ein paar Definitionen bezüglich des Bewusstseins:

 

  • Bewusstsein: Wahrnehmung von Sachverhalten, Reaktionen und Gefühlserlebnissen (mit verstärkten Sinnen).
  • Bewusstseinseinschränkung: Die Sinne werden nicht in dem erforderlichen Umfang für die Wahrnehmung verstärkt.
  • Bewusstlos: Ohne Wahrnehmung. Die Sinne können nicht verstärkt werden – sie sind weitestgehend lahmgelegt.
  • Unbewusst: Man erlebt etwas nicht mit seiner Aufmerksamkeit. Es laufen automatische Prozesse im Gehirn ab, die nicht einen bestimmtem Wert haben, um die Schwelle zum Bewusstsein zu aktvieren. Oder die verstärkte Wahrnehmung wird durch die Mittelpunkt-Mechanik eingeschränkt.
  • Mit vollem Bewusstsein:  Die Wahrnehmung eines Geschehens mit verstärkten Sinnen.
  • Selbstbewusstsein: Man nimmt sich selbst wahr, als einen Teil seines ICHs (im Gehirn). (Z.B. weiß man, dass man sich auf sich selbst verlassen kann, wenn man sich auf etwas konzentriert. So ist man oft stolz auf die eigenen Fähigkeiten und Leistungen).

 

 

Zum Thema Bewusstsein noch ein Beispiel aus dem Leben:

 

Wenn ein Sportler, etwa ein Bogenschütze, genau das Zentrum treffen will, dann ist sein Gehirn auf exakte Informationen angewiesen. Dies erreicht der Schütze, indem er seine Sinne verstärkt, also sein Bewusstsein (seine Wahrnehmung) höchstmöglich auf die Außenwelt konzentriert.

Dadurch wird auch die Mittelpunkt-Mechanik besonders aktiviert, und man nimmt nur noch die Informationen auf, die für das Ziel wichtig sind.

Den finalen Impuls zum Abschießen des Pfeils gibt sein Gehirn, genauer gesagt; die Feinsteuerung in ihm: die Gefühle – nicht sein Bewusstsein.

 

 

Abschließend: Ich habe mich mit sehr vielen Menschen über das Thema Bewusstsein und das Gehirn unterhalten. Fazit war, dass quasi alle vor der Einsicht zurückschreckten, dass nur das Gehirn die Entscheidungen fällt. Oft hörte ich: „Aber dann wäre ich ja Sklave meines Gehirns“.

 

Ich entgegnete:“ Alles, was Sie bisher gemacht haben, geschah aufgrund der Entscheidungen in Ihrem Gehirn. Das wird auch in Zukunft so sein. Ihr ICH, ihr Wille sind Teil des Gehirns.

 

Mit dieser Einsicht können Sie die Welt realistischer sehen – ohne diese Einsicht und mit dem Glauben an ein ICH oder einen freien Willen als Geister, die sich irgendwie ungreifbar im Raum aufhalten, wird über die Mittelpunkt-Mechanik der Blick auf diese Realitäten unmöglich."

 

 

Das Wort „Bewusstsein“ ist stark mit esoterischen, metaphysischen, religiösen Adjektiven belastet.

Besonders die Ausdrücke „geistig“ oder „mental“ stiften Unklarheit, weil damit nicht explizit das Gehirn (denn nur hier kann Wahrnehmung, Wissen usw. stattfinden und gespeichert werden), sondern meistens implizit (und damit in aller Regel auch etwas Übernatürliches, metaphysisches) gemeint ist.

 

 

Und zum Schluss möchte ich einen Vorschlag machen: Da Bewusstsein immer Wahrnehmung ist, es aber oft für Übersinnliches (Geist) oder als (geistige) Steuerungs- und Entscheidungsorganisation im Menschen steht – wie etwa ‚Bewusstseinserweiterung‘ – wäre es gut, sich die Definition „Bewusstsein ist Wahrnehmung (normale bzw. verstärkte)“ immer mal wieder klarzumachen.

 

 

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